Osteoporose - Therapie
Therapie
Auch bei der bereits eingetretenen Osteoporose, erkennbar an der geringen Knochendichte oder bereits vorhandenen Knochenbrüchen, stehen dem Arzt eine Reihe von wirksamen Medikamenten zur Verfügung, die bei richtigem Einsatz weitere Knochenbrüche verhindern können.
Das Ziel der Behandlung bei Osteoporose besteht in der Verhinderung von Knochenbrüchen.
Welches Präparat zum Einsatz kommt hängt davon ab, ob eine gesteigerte Tätigkeit der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) oder eine Hemmung der knochenanbauenden Zellen (Osteoblasten) vorliegt.
In jedem Falle sollten die typischen Osteoporose-Medikamente von einer ausreichenden Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr und sportlicher Bewegung für den Muskelaufbau begleitet sein.

Der Knochenstoffwechsel wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dadurch sind bei der Osteoporose verschiedene Behandlungsansätze möglich. Vitamin D und Östrogene fördern unter anderem die Kalziumaufnahme in den Körper und schaffen damit eine Voraussetzung für stabilen Knochen. Glukokortikoide (Kortison) hemmen die Aufnahme von Kalzium ins Blut, und damit indirekt den Knochenaufbau. Parathormon hält die Kalziumkonzentration im Blut konstant, und kann dem Kalziumspeicher Knochen Kalzium zuführen, aber auch entziehen.
Begleitende Maßnahmen
Osteoporose-Kranke sollten sich so schnell es geht wieder bewegen, denn ohne Bewegung werden die Medikamente weniger wirksam sein. Physiotherapie mit dem Ziel der Muskelstärkung und Bewegungsübungen sowie, wenn nötig, Schmerzbehandlung, sind wichtige Komponenten der Osteoporosetherapie. Eine Schmerzlinderung ist möglich durch Medikamente, physikalische Maßnahmen, Krankengymnastik, Bewegungstherapie und Entspannungsübungen.
Selbsthilfeorganisationen unterstützen darüber hinaus die Motivation und verbessern die Möglichkeiten zur Mobilisierung. Eine aktive Beteiligung der Betroffenen ist eine wichtige Voraussetzung zur erfolgreichen Besserung der Erkrankung.
Nichtmedikamentöse Behandlung
Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Muskelkraft, fördert die Beweglichkeit, erhöht die Reaktionsschnelligkeit und trainiert das Gleichgewichtsvermögen. Durch bestimmte Kraftübungen kann der Zug des Muskels den Knochen veranlassen, an bestimmten Stellen wieder Masse anzubauen.
Medikamentöse Behandlung
Das Ziel der medikamentösen Osteoporosetherapie besteht in der Verhinderung von Knochenbrüchen. Verschiedene chemische Wirkstoffgruppen setzen an unterschiedlichen Stellen des Knochenstoffwechsels an.
Behandlung mit Östrogenen
Etwa 30 Prozent aller Frauen entwickeln nach den Wechseljahren eine Osteoporose. Deshalb werden zur Behandlung dieser Form der Osteoporose die bei diesen Frauen fehlenden Östrogene ersetzt.
Nicht nur bei Frauen direkt nach den Wechseljahren, selbst bei älteren Frauen, die bereits Wirbelbrüche haben, kann es durch eine Östrogenbehandlung zu einem Wiederanstieg der Knochendichte kommen. Östrogene werden als Pillen, Pflaster, Gele oder Tabletten angeboten. Werden sie abgesetzt, beginnt der Knochenmasseverlust wieder von neuem.
Behandlung mit fluoridhaltigen Medikamenten
Fluoride sind eine altbekannte Substanzgruppe, die schon seit langem in der Behandlung der Osteoporose eingesetzt werden.
Fluoride können die Knochen aufbauenden Osteoblasten fördern und damit die Knochenmasse vermehren. Allerdings lagern Fluoride die neue Knochenmasse ungeordnet an, sodass die Festigkeit häufig einer normalen Beanspruchung nicht standhält. Fluoride müssen immer mit Kalzium kombiniert werden, entweder als zusätzliche Tablette oder als Kombination in der Fluorid-Tablette, weil sonst der "Baustoff" fehlt. .
Bisphosphonat-Tabletten
Lange suchte man nach einem Wirkstoff, der den Prozess des übermäßigen Knochenabbaus stoppt und sogar umkehren kann. Die neuen Arzneimittelsubstanzen, die so genannten Bisphosphonate, können genau das. Der Knochen wird also wieder aufgebaut, die Bruchfestigkeit erhöht sich und die Knochenbilanz ist wieder ausgeglichen.
Antiöstrogene
Die Wirkstoffgruppe der SERMs oder Antiöstrogene wirkt wie ein Östrogen, hat aber nicht deren Nebenwirkungen.
SERMs = Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren sind eine relativ neue Substanzgruppe, die zum einen ähnlich wie Östrogene wirken. Da sie nicht gegen Wechseljahresbeschwerden wirken, sollten sie erst nach der allerletzten Monatsblutung (Menopause) verabreicht werden. Die SERMs hemmen den Knochenabbau und sind zur Prophylaxe und Behandlung der Osteoporose zugelassen.
Medikamentöse Beeinflussung des Kalziumstoffwechsels
Vitamin D fördert die Aufnahme des mit der Nahrung oder durch Präparate zugeführten Kalziums aus dem Darm. Es unterstützt die Knochenneubildung sowie die Verkalkung des neu gebildeten Knochens. Mithilfe von Sonnenlicht bildet sich Vitamin D auch in der Haut. Während der Wintermonate allerdings ist das nur eingeschränkt möglich.
Bei jeder (!) medikamentösen Osteoporose-Therapie ist Kalzium von besonderer Bedeutung: Gemeinsam mit Vitamin D gehört es zur Basistherapie der Osteoporose. Etwa 1.500 Milligramm Kalzium sollte man jeden Tag davon zuführen, die meisten Menschen schaffen nicht einmal die Hälfte.
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Im Verlauf der Osteoporose vermindert sich die Knochensubstanz immer mehr, und die Vernetzung zwischen den kleinsten Knochenabschnitten (Trabekeln) verschwindet. Der Knochen wird brüchig und "sackt zusammen". Je nachdem, wo der Wirbelkörper in der Wirbelsäule sitzt, verändert er seine Form und wird zum Keil-, Platt- oder Fischwirbel. Der typische "Witwenbuckel" entsteht.
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