Bartholinitis - Therapie

Bei der Bartholinitis ist eigentlich nur der Ausführungsgang der Bartholin-Drüse entzündet. Bartholin-Empyem und Bartholin-Zyste sind Folgen dieser Entzündung.


Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Hat sich ein eitriger Herd abgekapselt, dann ist die Operation die Methode der Wahl.

Lokale Maßnahmen

Wärme, zum Beispiel Rotlicht, fördert die Abkapselung des Entzündungsherdes vom gesunden Gewebe. Muss man operieren, so beschleunigt eine Wärmebehandlung diese so genannte Reifung und verbessert die Vorbedingungen. Sitzbäder vor der Operation fördern ebenfalls die Abkapselung. Nach der Operation reinigen sie die Wunde schonend und fördern die Heilung.

Antibiotika

Im Frühstadium können Antibiotika eine Bartholinitis, aus der sich noch kein Abszess entwickelt hat, abklingen lassen. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich schon Eiter bildet und sammelt, dringen die Medikamente nicht zuverlässig zu den Bakterien in den Eiterherden vor. Trotzdem erhält jede Patientin Antibiotika. Denn der Entzündungsherd soll möglichst klein bleiben und keine Bakterien in den Körper ausstreuen. Wenn der genaue Erreger aus dem Wundsekret bekannt ist, so kann man das Antibiotikum ganz gezielt einsetzen.

Operation

Im fortgeschrittenen Stadium ist die Operation die Methode der Wahl. Jetzt gilt es, die Abkapselung des Entzündungsherd vom gesunden Gewebe zu beschleunigen, um möglichst günstige Voraussetzungen für die Operation zu schaffen. Beim Eingriff wird die Mündungsstelle vom Gang der Bartholini-Drüse zwei bis drei Zentimeter weit aufgeschnitten. Dann eröffnet und entleert man die Eiterhöhle. Im zweiten Schritt erfolgt die so genannte Marsupialisation. Der Rand der Wundhöhle wird dabei vorsichtig nach außen geklappt und mit einer Naht fixiert, dass eine etwa zwei Zentimeter große Öffnung erhalten bleibt. Die Marsupialisation und eine Drainage verhindern das Verkleben der Wundränder. Bei diesem Vorgehen bleibt die Funktion der Bartholini-Drüse erhalten. Die Fäden werden nach wenigen Tagen gezogen und die Wunde ist normalerweise innerhalb von vier bis sechs Wochen völlig verheilt.

Nachbehandlung

Wie bei allen infizierten Wunden strebt man nach der Operation eines Bartholini-Empyems die offene Wundheilung an. Das heißt, die Wundränder werden nicht miteinander vernäht, damit das Wundsekret abfließen kann. Die Drainage leitet die Flüssigkeit durch die erhaltene Öffnung nach außen. Tägliche Sitzbäder reinigen und befeuchten die Wundhöhle. Die körpereigene Wundreinigung und Heilung soll so unterstützt und ein Verkleben von Wundrändern verhindert werden. Meistens ist die Wundheilung nach zehn bis 14 Tagen so weit fortgeschritten, dass man die Drainage entfernen kann. Etwa eine Woche nach der Marsupialisation werden die Fäden normalerweise gezogen - sonst verläuft die Behandlung wie beschrieben.

Quelle: Springer Medizin
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