Rachenmandelwucherung - Adenoide - Symptome

Die Vergrößerung (Hyperplasie) der Rachenmandel ist eine Volumenzunahme des lymphatischen Gewebes, aus dem die Rachenmandel zum größten Teil besteht.


Symptome

Durch die Rachenmandelvergrößerung kann der Nasenrachenraum teilweise oder fast vollständig verlegt sein. Dadurch kommt es zu einer Behinderung der Nasenatmung mit ständigem Schnupfen und eventuell begleitenden Nasennebenhöhlenentzündungen (Rhinosinusitis).

Ausgehend von der Entzündung des Nasenrachenraumes kann es - fortgeleitet - durch die Ohrtrompete zu Mittelohrentzündungen sowie zu ebenfalls fortgeleiteten Entzündungen der tiefen Atemwege (Bronchitiden) kommen. Durch die ständig wiederkehrenden Entzündungen im Nasenrachenraum wird häufig eine Schwellung der Lymphknoten im Kieferwinkelbereich verursacht. Außerdem erzwingt die eingeschränkte Nasenatmung eine Mundatmung. Die betroffenen Kinder fallen meist durch das ständige Offenstehen des Mundes auf. Ein offener Mund und eine laufende Nase können dem Kind einen für das Krankheitsbild ganz typischen Gesichtausdruck verleihen.

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Typischer Gesichtsausdruck eines Kleinkindes, bei dem die Nasenatmung durch eine vergrößerte Rachenmandel behindert ist.

Die Eltern berichten meistens über ausgeprägtes Schnarchen und Schlafstörungen des Kindes, die ihre Ursache ebenfalls in der behinderten Nasenatmung haben. Die Kinder wirken dann schläfrig und "verträumt". Man schätzt, dass es etwa bei jedem 100. Kind zwischen vier und sechs Jahren aufgrund der behinderten Atmung (Obstruktion) zum so genannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom kommt. Dies ist unter anderem gekennzeichnet durch im Schlaf auftretende Atmungsstörung mit wiederholten Atempausen (Apnoe) von über fünf Sekunden Dauer und einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut um mindestens fünf Prozent. Der Sauerstoffmangel führt dabei zu unruhigem Schlaf sowie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen am folgenden Tag. Diese können auf längere Sicht die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen; es wird diskutiert, ob sie möglicherweise auch Risikofaktoren für das Auftreten des hyperkinetischen Syndroms darstellen.

Die Sprache hört sich durch die Verlegung des Nasenrachenraumes wie bei einem Schnupfen an. Das wird als geschlossenes Näseln (Rhinophonia clausa) bezeichnet.

Gleichzeitig ist durch die große Rachenmandel auch der Belüftungsweg zum Mittelohr vom Nasenrachenraum aus verlegt, wodurch es bei längerem Bestehen zu einer Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell im Mittelohr (Seromukotympanon) kommen kann. Aufgrund der eingeschränkten Schwingungsfähigkeit der Gehörknöchelchen entsteht eine Mittelohrschwerhörigkeit. Die Kinder sind dadurch in ihrer allgemeinen und sprachlichen Entwicklung oft eingeschränkt, da die Wahrnehmung der Umwelt und der Sprache durch das schlechte Hören gehemmt ist. Dies fällt vor allem dadurch auf, dass neue, bisher unbekannte Wörter von den Kindern nicht oder nicht richtig erlernt werden. Die Kinder fragen häufig nach, oder die Sprachentwicklung verzögert sich deutlich.

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Auf dieser Abbildung wird deutlich, dass eine vergrößerte Rachenmandel zu einer Ergussbildung im Mittelohr führt, wenn die dort gebildeten Sekrete nicht mehr über die Ohrtrompete abfließen können. Der Paukenerguss führt zu einer Behinderung der Schwingungsfähigkeit der Gehörknöchelchen und damit zu einer Minderung des Hörvermögens.

Quelle: Springer Medizin
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