Epilepsie / Anfallsleiden / Fallsucht - Symptome

Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu unkontrollierten Entladungen der Nervenzellen, quasi zu einem Gewitter im Gehirn.


Symptome

Die Symptome eines epileptischen Anfalls sind vielfältig und hängen davon ab, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind. So nehmen manche Patienten nicht vorhandene Gerüche oder Geräusche wahr, während andere Lichtblitze sehen oder ihre Muskeln zu zucken beginnen. In der Regel dauern diese Anfälle nur wenige Sekunden bis zu zwei Minuten an.

Der sogenannte „Große Anfall“ (Grand Mal) beginnt meist mit einem plötzlichen Hinstürzen und einer Verkrampfung des gesamten Körpers. Dabei verliert der Patient das Bewusstsein. Auch ein kurzer Atemstillstand ist möglich. Die Verkrampfung geht schließlich in unkontrollierte Zuckungen über, bei denen die Gefahr von Verletzungen durch Anstoßen an Hindernisse gegeben ist. Anschließend kommt der Betroffene wieder zu Bewusstsein, ist aber deutlich erschöpft.

Bei den „atonischen“ Anfällen kommt es dagegen nur zu einer kurzen Erschlaffung der Muskulatur, sodass beispielsweise die Beine einknicken oder der Kopf noch vorne kippt. Der Bewusstseinsverlust ist nur kurz, ein Sturz kann meist vermieden werden.

Anfälle können auch im Schlaf auftreten. Teile des Körpers oder auch der ganze Körper werden plötzlich angespannt, die Augen können dabei kurz krampfhaft geöffnet werden. Schreien oder Stöhnen ist bei diesen „tonischen“ Anfällen, die auch im Wachzustand auftreten können, ebenfalls möglich.

Das Ausmaß von Bewusstseinstrübung oder -verlust kann je nach Ursache und Anfallstyp unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei manchen Anfallsformen ist das Bewusstsein sogar komplett erhalten, und es kommt lediglich zu Zuckungen zum Beispiel eines Armes oder Beins (myoklonische Anfälle).

Bei anderen Anfällen ist das Bewusstsein lediglich getrübt. Die Patienten wirken während des Anfalls geistesabwesend und „schwer“ besinnlich (Absencen); dabei können auch stereotype Bewegungen auftreten, wie zum Beispiel Schmatzen, Schnalzen oder Nesteln mit den Händen. Unter Umständen kann dieser Zustand über mehrere Stunden andauern.

Auch lang anhaltende epileptische Anfälle können auftreten sowie ganze Serien von Anfällen, bei denen die Abstände zwischen den einzelnen Anfallsereignissen so kurz sind, dass die Betroffenen in den Intervallen nicht mehr zu Bewusstsein kommen. In diesen Fällen spricht man von einem Status epilepticus. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein, da die Gefahr einer Sauerstoffuntersättigung besteht. Außerdem kann der Stoffwechsel entgleisen und der Betroffene kann sich am eigenen Speichel verschlucken. Daher sollte in diesem Fall dringend ein Notarzt gerufen werden.

Dies sind nur einige der vielfältigen Symptome von epileptischen Anfällen. Selbst für einen Arzt ist es daher oft nicht einfach zu erkennen, ob sich hinter bestimmten Symptomen tatsächlich ein Anfallsleiden oder eine andere Erkrankung verbirgt.

Quelle: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 13.12.2010
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