Bluthusten - Hämoptyse - Symptome

Unter Bluthusten versteht man das Abhusten von Blut oder blutig gefärbtem Auswurf.


Symptome

Bluthusten ist keine eigenständige Erkrankung. Hinter dem Symptom Bluthusten verbirgt sich immer eine auslösende Erkrankung. Daher sind die Krankheitszeichen beim Bluthusten in erster Linie von der Menge des Blutes und der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig.

Allgemeine Krankheitszeichen

Bei den Betroffenen löst Bluthusten meist sehr große Angst aus, selbst wenn nur geringe Mengen von Blut ausgehustet werden. Große Aufregung und Angst sind daher häufig typische Begleiter des Bluthustens.

Die Blutung gefährdet den Patienten in der Regel nicht durch den Blutverlust an sich. Zwar können die ausgehusteten Blutmengen bei massivem Bluthusten erheblich sein, aber sie werden leicht überschätzt, weil das Blut oft mit Schleim vermengt ist. Die Gefährdung entsteht dadurch, dass Blut in andere, von der Blutung nicht betroffene Lungenabschnitte läuft und dadurch die Atmung beeinträchtigt werden kann. Wie sehr die Atmung beeinträchtigt wird, hängt von der Stärke der Blutung ab.

Bei einer leichten Blutung (weniger als 100 Milliliter täglich) wird der Betroffene zwar beunruhigt sein, aber durch die Blutung an sich keine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit seiner Lunge erfahren.

Dies gilt vor allem dann, wenn keine chronische Lungenerkrankung vorliegt. Bei einer chronischen Lungenerkrankung, beispielsweise bei schwerer chronischer Bronchitis, können jedoch schon geringe Blutmengen die Atmung merklich beeinträchtigen und damit zu einer Gefährdung führen.

Stärkere Blutungen führen zu einer Verkleinerung des funktionsfähigen Lungengewebes, einer Restriktion (verkleinertes Lungenvolumen). Die Atemfunktion der Lunge, der Gasaustausch, wird verschlechtert: Die Lunge kann die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxyd (CO2) nicht mehr in vollem Umfang leisten.

Massive Blutungen können die Atmung derart behindern, dass sie tödlich verlaufen.

Bei massiven Blutungen beträgt die Menge reinen Blutes, das ausgehustet wird, täglich mehr als 100 bis 300 Milliliter (entspricht etwa dem Inhalt von zwei Tassen). Die Menge des abgehusteten Blutes wird jedoch häufig überschätzt, da das Blut häufig mit Schleim vermischt ist.

Spezielle Krankheitszeichen

Abhängig von der ursächlichen Erkrankung ist Bluthusten von weiteren Krankheitszeichen begleitet.

Entzündliche Erkrankungen

Bei Infekten kann der Auswurf zusätzlich eitrig sein, es kann Fieber auftreten und die Patienten können unter allgemeinem Krankheitsgefühl und Schwäche leiden.

Tumoren

Bösartige Erkrankungen machen sich häufig durch einen Gewichtsverlust bemerkbar, daneben können Fieber und Nachtschweiß das Krankheitsbild begleiten. Ist der Bluthusten durch Tochtergeschwülste (Metastasen) anderer Tumoren bedingt, ist in manchen Fällen schon eine Krebserkrankung bekannt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen ursächlich für die Blutung in der Lunge sind (zum Beispiel Lungenembolie, Herzschwäche), eine chronische Lungenerkrankung bereits besteht oder die Blutung so stark ist, dass andere Lungenabschnitte dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden, kann Luftnot als zusätzliches Krankheitszeichen bei Bluthusten auftreten.

Bei Herzerkrankungen drückt sich die Herzschwäche eventuell durch Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme) aus. Eine einseitige Beinschwellung, wie sie für eine Thrombose typisch ist, lenkt den Verdacht auf eine Lungenembolie, denn die Beinvenenthrombose ist eine häufige Ursache der Lungenembolie: Der Thrombus (Blutgerinnsel) in der Beinvene kann sich lösen und passiv mit dem Blutstrom bis in die Lungengefäße transportiert werden, wo es dann zum Verschluss eines Gefäßes kommt (Embolie).

Blutgerinnungsstörungen

Liegt dem Bluthusten eine Störung der Blutgerinnung zu Grunde, bestehen möglicherweise noch weitere Blutungen, wie beispielsweise Zahnfleischbluten, Nasenbluten oder Blutungen aus dem Darm.

Quelle: Springer Medizin
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