Schuppenflechte - Psoriasis - Symptome
Symptome
Die Psoriasis kann neben typischen Hautstellen auch die Nägel (Nagelpsoriasis) und seltener Gelenke (Psoriasis arthropathica) befallen. Die Psoriasis pustulosa ist eine Sonderform, die mit zahlreichen Eiterbläschen einhergeht.
Die einzelnen Formen in der Übersicht:
Psoriasis-Herde an der Haut
Wenn ein Psoriasis-Herd neu entsteht, wird in der Regel zunächst ein kleiner, scharf begrenzter, entzündlich geröteter Fleck sichtbar, der an Größe zunimmt und im Laufe einiger Tage eine silbrige Schuppung entwickelt.
Der voll entwickelte Psoriasis-Herd stellt sich in der Regel als entzündlich gerötete, unregelmäßig-scharf begrenzte, leicht über das Niveau der gesunden Haut erhabene Veränderung mit weißlicher bis silbrig glänzender Schuppung dar.
Die einzelnen Veränderungen können punktförmig klein beziehungsweise tropfenförmig sein. Man spricht in diesem Fall auch von einer Psoriasis punctata und guttata (punctum = Punkt, Fleck; gutta = Tropfen). Bei der Psoriasis punctata beziehungsweise guttata treten in der Regel ganz plötzlich zahlreiche kleinfleckige Hautveränderungen gleichzeitig auf, die über fast die gesamte Haut ausgestreut sind. Ellenbeugen und Kniebeugen bleiben hierbei häufig ausgespart.
Noch häufiger werden allerdings münzförmige (nummuläre), rundliche markstück- bis fünfmarkstückgroße Psoriasis-Herde beobachtet. Man spricht dann von einer Psoriasis nummularis. Diese Herde können bei stärkerer Ausprägung auch zusammenfließen (konfluieren) und großflächige, bizarr geformte Hautveränderungen bilden. Sie können zehn bis zwanzig Zentimeter im Durchmesser erreichen. Da diese Herde in ihren Umrissen unter Umständen an Landkarten erinnern können, spricht man hierbei von einer Psoriasis geographica. Sowohl nummuläre Psoriasis-Herde als auch Veränderungen im Rahmen einer Psoriasis geographica können über Wochen, Monate oder Jahre unverändert bestehen bleiben, wenn keine wirksame Behandlung durchgeführt wird. Selten sind die Hauterscheinungen so ausgeprägt, dass zwischen den Psoriasis-Herden praktisch keine unveränderte Haut mehr übrig bleibt. Dann spricht man von einer Psoriasis erythrodermatica , das heißt einer Psoriasis mit Rötung der gesamten Haut (erythros = rot, derma = Haut).
Am häufigsten entstehen Psoriasis-Herde an den Ellenbogen, den Knien und über dem Steißbein. Nicht selten ist auch die Kopfhaut betroffen; gelegentlich ist die Kopfhaut die einzige Stelle, an der sich die Schuppenflechte zeigt. Ein Befall der Kopfhaut ist in der Regel mit Rötung und Schuppung im Bereich der Ohrmuscheln kombiniert. Typisch ist auch eine scharf begrenzte Rötung im Bereich der Gesäßfalte mit nur leichter oder ganz ohne Schuppung mit einer Rhagade (Einriss der Haut) in der Mittellinie. Mit Ausnahme einiger Sonderformen verläuft die Schuppenflechte im Allgemeinen ohne Schmerzen. Gelegentlich kann leichter Juckreiz im Bereich der Herde auftreten, insbesondere wenn eine Psoriasis punctata oder nummularis (das heißt eine Psoriasis mit kleinfleckigen Hautveränderungen) akut auftritt, zum Beispiel wenn ein akuter bakterieller Infekt als Provokationsfaktor besteht.
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Typische Psoriasis-Herde an den Knien.
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Chronische, münzförmige Psoriasis-Herde am Bauch (Psoriasis nummularis).
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Die rotmarkierten Stellen zeigen die bevorzugt befallenen Hautareale bei der Psoriasis vulgaris.
Nagelpsoriasis
Bei etwa 60 bis 70 Prozent aller Menschen mit Psoriasis vulgaris bestehen neben Psoriasis-Herden an der Haut auch Veränderungen im Bereich der Finger- und Zehennägel.
Seltener kommt eine Nagelpsoriasis ohne gleichzeitige Hautveränderungen vor. Drei unterschiedliche Formen einer Nagelbeteiligung werden im Rahmen einer Schuppenflechte beobachtet: wenn die Zone der Nagelbildung, die Nagelmatrix, betroffen ist, kann die Nagelplatte wenige bis zahlreiche kleine, etwa einen Millimeter durchmessende, trichterförmige Einsenkungen aufweisen. Ein solcher Nagel wird als Tüpfelnagel bezeichnet. Bestehen hingegen entzündliche Veränderungen im Bereich des Nagelbettes, das heißt der Oberhaut unterhalb der Nagelplatte, so kann sich die Nagelplatte in diesen Bereichen vom Nagelbett ablösen. In diesem Fall erkennt man eine scharf begrenzte, umschriebene Verfärbung, die durch die Nagelplatte hindurchschimmert. Diese Flecke können an einem Nagel oder an mehreren Nägeln, auch zu mehreren an einem Nagel, am Rand der Nagelplatte oder in der Mitte vorkommen. Weil sie in verschiedenen Gelb-, Braun- oder Grautönen schimmern können, werden diese Flecke Ölflecke genannt.
Die schwerste Form der Nagelpsoriasis ist die so genannte Nageldystrophie (dys = schlecht; trophein = ernähren) mit Ausbildung von "Krümelnägeln". Hierzu kommt es, wenn die Nagelmatrix besonders stark entzündlich verändert ist und anstelle einer dünnen, mechanisch belastbaren Nagelplatte, eine bis zu fünf Millimeter dicke Schicht aus gelblich verfärbtem, bröckeligem Hornmaterial bildet. Ausgeprägte Veränderungen an den Fingernägeln können die "Fingerfertigkeit", das heißt die manuelle Geschicklichkeit, beeinträchtigen und insbesondere bei Ablösung des dystrophischen Nagels vom ebenfalls erkrankten Nagelbett Schmerzen verursachen.
Während Tüpfelnägel beziehungsweise Ölflecke bei mehr als der Hälfte aller Menschen mit Schuppenflechte vorkommen, wird die totale Nageldystrophie nur bei einer kleineren Anzahl von Patienten mit schwerer Psoriasis beobachtet.
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Der Tüpfelnagel trägt seinen Namen wegen der zahlreichen Einsenkungen im Nagel und ist typisch für die Nagelpsoriasis.
Psoriasis arthropathica
Als Psoriasis arthropathica (arthros = Gelenk, pathos = Leiden) wird diejenige Form der Schuppenflechte bezeichnet, die mit schmerzhaften entzündlichen Veränderungen an einem oder an mehreren Gelenken einhergeht.
Am häufigsten sind die kleinen Gelenke von Händen und Füßen betroffen, insbesondere im Bereich der Finger und. Zehen, seltener die Gelenke der Wirbelsäule. Wenn die Psoriasis arthropathica nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es ähnlich wie bei anderen entzündlichen ("rheumatischen") Gelenkerkrankungen zu einer Zerstörung von Gelenkstrukturen kommen. Die Psoriasis arthropathica ist allerdings eine vergleichsweise seltene Erkrankung: Nur etwa fünf bis sieben Prozent aller Patienten mit einer Schuppenflechte der Haut erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Psoriasis arthropathica.
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Darstellung der bevorzugt befallenen Gelenke im Rahmen einer Psoriasis arthropathica.
Psoriasis pustulosa
Die Psoriasis pustulosa ist eine seltene Sonderform der Psoriasis, die durch das Auftreten von Pusteln (Eiterbläschen) an der Haut gekennzeichnet ist.
Diese Eiterbläschen können jucken und schmerzen und treten bevorzugt an den Handflächen und Fußsohlen auf. Seltener sind andere Hautareale betroffen; im Extremfall können sich die Eiterbläschen auch über die gesamte Hautoberfläche ausbreiten. Die Pusteln, die im Rahmen einer Psoriasis pustulosa entstehen, enthalten im Gegensatz zu Pusteln bei Akne keine Bakterien, sondern lediglich bestimmte körpereigene Abwehrzellen, die durch die Entzündungsreaktion im Rahmen der Psoriasis angelockt werden.
Daher ist die Psoriasis pustulosa wie auch die anderen Erscheinungsformen der Schuppenflechte nicht ansteckend.
Etwa 0,5 bis 2,5 Prozent aller Patienten mit Psoriasis leiden an der dieser Sonderform der Krankheit.
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