Lungenembolie - Symptome

Eine Lungenembolie kann sowohl unbemerkt verlaufen als auch einen schweren Schock mit Todesfolge bewirken. Hier finden Sie alles zum Thema.


Symptome

Eine Lungenembolie kann sowohl unbemerkt verlaufen als auch einen schweren Schock mit Todesfolge bewirken. Kleine Lungenembolien verursachen keine Krankheitszeichen. Der Anteil kleinerer Lungenembolien bei Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose beträgt zirka 51 Prozent.

Kommt es zu einer Verlegung größerer Lungenarterien oder Lungengefäßabschnitte, so treten folgende typische Krankheitszeichen auf:

  • schnelle Atmung mit über 16 Atemzügen pro Minute bei 92 Prozent der Patienten (normal sind zehn bis 16 Atemzüge)
  • akute Luftnot bei 84 Prozent
  • Schmerzen im Brustkorb bei 72 Prozent
  • schneller Puls bei 43 Prozent
  • Bluthusten bei 15 Prozent
  • Erguss in der Lunge (kann nur durch eine Röntgenaufnahme festgestellt werden)
Nur in zirka fünf Prozent der Fälle bestehen bei Patienten mit akuter Lungenembolie auch gleichzeitig die Krankheitszeichen einer tiefen Beinvenenthrombose. Hieraus folgt, dass bei akuter Lungenembolie immer mit apparativen Maßnahmen wie Ultraschall oder Röntgen-Kontrast-Untersuchung die tiefen Venensysteme beider Beine untersucht werden sollten, um die Emboliequelle zu finden.

Nach Greenfield kann abhängig von den Krankheitszeichen und dem Resultat der vom Arzt oder vom Krankenhaus durchgeführten Untersuchungsergebnisse die akute Lungenembolie in vier Schweregrade eingeteilt werden. Der Schweregrad der Erkrankung hängt dabei davon ab, welche Gefäßzweige der Lunge von dem Gefäßverschluss betroffen sind.

Lungenembolie Grad 1

Verschlossen sind kleine Endäste der Lungenstrombahn, es kommt nur kurzzeitig zu Krankheitszeichen wie Luftnot, Schmerzen im Brustkorb, eventuell verbunden mit Bluthusten, Fieber oder einem Rippenfellerguss. Der Blutdruck ist normal, ebenso die Anteile von Sauerstoff und Kohlendioxyd im Blut.

Lungenembolie Grad 2

Hier sind Segmentarterien verschlossen, die Krankheitszeichen entsprechen denen des Stadiums 1, setzen akut ein und halten länger an. Die Atmung ist beschleunigt, da der Sauerstoffanteil im Blut verringert, Kohlendioxyd erhöht ist. Der Blutdruck kann normal oder leicht erniedrigt sein.

Lungenembolie Grad 3

In diesem Stadium sind entweder ein Lungenarterienast oder mehrere Lappenarterien der Lunge verstopft. Die Krankheitszeichen entsprechen denen des Grades 2, sind aber ausgeprägter und werden von Zeichen des Herz-Kreislauf-Schocks begleitet. Diese Schockzeichen bestehen in einem stark erniedrigten Blutdruck mit Angst, Unruhe und Herzrasen. Schwere Luftnot, wird durch einen Sauerstoffmangel bei gleichzeitig deutlich erhöhtem Kohlendioxydanteil im Blut hervorgerufen.

Lungenembolie Grad 4

Im schwersten Stadium der Lungenembolie kann der Schock zu einem Herz-Kreislauf-Versagen mit lebensbedrohlich erniedrigtem Blutdruck führen. Hierzu kommt es, wenn große Teile der Lungenstrombahn, nämlich eine Lungenarterie und mehrere Lappenarterien durch Blutgerinnsel verlegt sind. Der Gasaustausch, also die Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxyd durch die Lunge sind stark eingeschränkt und der Druck in den noch offenen Lungenarterien deutlich erhöht.

Sollten die Krankheitszeichen einer Lungenembolie auftreten, ist die sofortige Vorstellung in einer Klinik oder die Krankenhauseinweisung erforderlich. Notfalls muss der Hausarzt konsultiert werden. Auf keinen Fall sollte sich der Betroffene abwartend verhalten.

Quelle: Springer Medizin
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