Gicht - Arthritis urica - Symptome

Die Gicht ist eine Erkrankung, bei der es durch einen erhöhten Harnsäuregehalt im Blut zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Bindegewebe (insbesondere Haut, Gelenke) und eventuell in inneren Organen kommt. Hier finden Sie alles zum Thema.


Symptome

Bei der Gicht werden vier Stadien unterschieden: Stadium 1: eine Phase ohne Krankheitszeichen, in der die Harnsäurewerte erhöht sind. Diese Phase kann etwa fünf bis zehn Jahre andauern. Stadium 2: der akute Gichtanfall. Stadium 3: ein Zeitraum zwischen zwei Gichtanfällen ohne Krankheitszeichen (intermediäre Phase), der sechs Monate bis zwei Jahre lang dauern kann, bei einigen länger. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten kommt kein zweiter Anfall vor. Stadium 4: Am Schluss steht die Chronische Gicht mit typischen Knoten (Tophi) und fortschreitenden Gelenkveränderungen.

Der akute Gichtanfall

Die Gicht beginnt meist mit einem akuten Gichtanfall, typischerweise nachts und ohne erkennbare Vorzeichen. Charakteristisch für die Gicht sind plötzlich, innerhalb weniger Minuten, auftretende stärkste Schmerzen an einem Gelenk, in über 50 Prozent der Fälle am Großzehengrundgelenk. Es können aber auch einzelne Fingergelenke einschließlich des Daumengelenks, Sprung- oder Kniegelenks oder der Ellenbogen beteiligt sein. In der Regel ist nur ein einziges Gelenk betroffen: Das Gelenk schwillt an, die Haut über dem Gelenk wird rot bis violett glänzend, straff und warm und reagiert auf Berührung oder Bewegung mit starken Schmerzen. So eine Gicht-Attacke dauert unbehandelt einige Stunden bis mehrere Tage. Sie vergeht von selbst wieder, mit oder ohne Behandlung. Zusammen mit den Gelenkschmerzen können auch Übelkeit, Fieber oder Herzrasen (Tachykardie) auftreten.

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Gichtsymptome können prinzipiell an jedem Gelenk auftreten, allerdings kommt es meist am Großzehengrundgelenk zur typischen Entzündung. Ursache der akuten Gelenkentzündung sind Harnsäurekristalle, die sich im Gelenkspalt und auf der Gelenkinnenwand ablagern. Fresszellen versuchen die Harnsäurekristalle zu beseitigen. Dies führt über eine noch nicht genau erforschte Reaktionskette zu der Rötung und äußerst schmerzhaften Entzündung, die man auch Podagra (Fußgicht) nennt.

Intermediärphase der Gicht

Das Gefährliche an dieser Phase ist die Tatsache, dass trotz weiter bestehender Harnsäureerhöhung keine Beschwerden auftreten. Man meint, die Erkrankung sei ausgeheilt. In Wirklichkeit aber geht der Prozess der Harnsäurekristallablagerung sowohl im Knochen, als auch in den Gelenken und Weichteilen weiter und führt im Gelenk und im Knochen zur Zerstörung.

Chronische Gicht

Durch die heutigen Behandlungsmöglichkeiten ist die Chronische Gicht sehr selten und tritt nur bei Patienten auf, die nicht konsequent behandelt werden, beziehungsweise sich der Behandlung entziehen. Wenn sich die Gichtanfälle in immer kürzeren Abständen wiederholen und neben früher betroffenen Gelenken auch andere erkranken, wird die Gicht chronisch, das heißt schleichend und von langer Dauer. Charakteristisch für eine Chronische Gicht ist das Auftreten von Tophi, gelblich-kreidigen Knoten im Unterhautbindegewebe, die sich meistens am Ohr, aber auch an Händen, Füßen, Ellenbogen, an Schleimbeuteln und Sehnenscheiden bilden. Ist das chronische Stadium erreicht, dauern die schmerzhaften Gichtattacken länger an und es sind zunehmend auch mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen, während die symptomfreien, das heißt beschwerdefreien Zeiträume immer kürzer werden. Durch die ständige Ablagerung von Harnkristallen in den Knochen und Gelenken kommt es dort zu chronischen Entzündungen, die schließlich den Gelenkknorpel zerstören und den Knochen angreifen. Am Ende büßen die Gelenke durch Verformung oder Versteifung ihre Funktion ein.

Quelle: Springer Medizin
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