Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose - Symptome

Von einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) spricht man, wenn die Körperzellen unzureichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt werden.


Symptome

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion bei Neugeborenen nicht gleich erkannt und behandelt, kann dies zu Schwachsinn führen. Eine Unterfunktion im späteren Leben kann unter anderem zu Verstopfung, Gewichtszunahme und Depressionen führen.

Kinder

Bei der angeborenen Hypothyreose treten die Krankheitszeichen nicht sofort nach der Geburt auf, da das Schilddrüsenhormon der Mutter das Kind noch vier bis zwölf Wochen versorgt. Doch üblicherweise wird am fünften Tag nach der Geburt ein Hypothyreose-Test aus Fersenblut vorgenommen, so dass eine Störung meist frühzeitig entdeckt wird.

Wird die Störung übersehen, können Krankheitszeichen wie Trinkfaulheit, Atemschwierigkeiten, blau-rote Verfärbung der Haut durch Sauerstoffmangel im Blut, Gelbsucht, Muskelschwäche sowie geistige und körperliche Behinderung auftreten. Eine breite Wachstumsfuge am Schädelknochen ist häufig zu finden.

Bei Kindern treten vor allem Störungen des Wachstums und der körperlichen Entwicklung auf, sie bleiben klein, haben einen gedrungenen Körperbau und kurze Arme und Beine. Die Kinder wirken teilnahmslos und beginnen gar nicht oder spät und mangelhaft zu sprechen.

Eine unbehandelte Hypothyreose bei Babys ist die häufigste Ursache für so genannten geistigen Schwachsinn.

Erwachsene

Die Anzeichen für eine Hypothyreose bei Erwachsenen können sehr vielfältig sein:

Die Betroffenen frieren leicht und klagen über Schwäche, Leistungsunfähigkeit, Müdigkeit und Antriebsmangel. Das Körpergewicht nimmt zu und Verstopfungen treten auf. Bei Frauen kann es zu Periodenstörungen, bei Männern zu Impotenz kommen. Weitere Probleme können Herzinsuffizienz sowie unklare Muskelbeschwerden darstellen, die sich in Krämpfen und unklaren Schmerzen äußern. Auch Haut und Haare werden häufig in Mitleidenschaft gezogen: die Haut wird trocken, schuppig und blass, das Haar glanzlos und struppig. Auch Haarausfall wird beobachtet. Psychische Störungen wie Erinnerungsstörungen bis hin zu Wesensveränderungen, Depressionen und Psychosen sind möglich. Ein Kropf kann sich bilden und ein Engegefühl im Hals verursachen, in fortgeschrittenem Zustand kann eine Schwellung am Hals beobachtet werden.

Ist die Hypothyreose voll ausgeprägt, kommt es zusätzlich zu einem so genannten Myxödem, bei dem das Gesicht aufgedunsen ist, sowie die Augen schlitzförmig verschmälert und Zunge und Lippen stark verdickt sind. Beim Vollbild des Myxödems kann eine Behandlung auf einer Intensivstation mit Beatmung, Herz-Kreislauf-Überwachung, möglicherweise vorübergehender Herzschrittmacheranlage und medikamentöser Behandlung erforderlich sein. Glücklicherweise sind solche Fälle heutzutage äußerst selten.

Quelle: Springer Medizin
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