Leukämie, akut lymphatisch - ALL - Symptome
Symptome
Die Vorgeschichte einer akuten Leukämie ist oft sehr kurz und zunächst unspezifisch. Meist berichten die Patienten von Krankheitszeichen, die denen einer Grippe ähneln, die jedoch nicht nach der üblichen Zeit ausheilt.
Die anfänglich vom Patienten bemerkten Krankheitszeichen sind eher unspezifisch, meist handelt es sich um Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Müdigkeit und vermehrtes Schwitzen in der Nacht.
Die spezifischen Krankheitszeichen, die eine akute Leukämie verursacht, beruhen auf dem verdrängenden Wachstum funktionsuntüchtiger, unreifer Blutkörperchen (Leukämiezellen) im Knochenmark. Verdrängung bedeutet, dass die reifen, gesunden Blutkörperchen nicht mehr in ausreichendem Maße gebildet werden. Dies gilt für Blutkörperchen aller drei Gruppen, die aus der Stammzelle entstehen: der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen. Ein Mangel dieser Blutkörperchen verursacht typische Krankheitszeichen:
- Ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wird Blutarmut oder Anämie genannt. Patienten, die blutarm sind, sind auffällig blass, klagen über Müdigkeit und Schwäche. Da die roten Blutkörperchen für den Transport von Sauerstoff im Blut zuständig sind, wird bei einer Blutarmut der Organismus nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Dieser Zustand führt zu einer Beschleunigung des Herzschlages und einem Gefühl der Kurzatmigkeit. Bei etwa 80% der Leukämiepatienten liegt eine solche Blutarmut vor.
- Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) haben eine zentrale Funktion bei der Abwehr von Krankheitserregern. Werden sie nicht mehr in ausreichendem Maße gebildet, so kommt es zu vermehrten Infektionen, vor allem im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Die Schleimhaut des Mundes kann von Pilzen besiedelt sein, erkennbar an weißlichen Belägen. Etwa 40% der Leukämiepatienten bemerken eine erhöhte Fieberneigung sowie gehäufte Erkältungskrankheiten, Mittelohr- oder Nasennebenhöhlen-Entzündungen. Solche Erkrankungen können für abwehrgeschwächte Patienten lebensbedrohlich werden.
- ·Ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) führt zu Störungen der Blutgerinnung und kommt bei über 80% der Leukämiepatienten vor. Zeichen einer Gerinnungsstörung sind Blutungen aus scheinbar banalen Anlässen. Normalerweise unerhebliche Verletzungen heilen schlecht oder bluten lange. Dies kann sich in erheblichem Zahnfleischbluten beim Zähneputzen, verlängerten Regelblutungen bei Frauen oder einem vermehrten Auftreten von blauen Flecken auf der Haut nach leichten Stoßverletzungen äußern. Aber auch ohne erkennbaren Anlass treten Blutungen wie plötzliches Nasenbluten oder kleine, punktförmige Hautblutungen (Petechien) auf. Zusätzlich leiden die Patienten an Geschwüren (schlecht heilenden Hautdefekten) der Schleimhäute, vor allem im Mund, aber auch im Genitalbereich. Blutungen im Bereich der Knochenhaut können zu starken Knochenschmerzen führen.
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Infektion an der Zungenspitze bei Neutropenie, das heißt einem ausgeprägten Mangel an neutrophilen Granulozyten, den weißen Blutkörperchen, die bakterielle Infektionen verhindern und beseitigen.
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Entzündung des Zahnfleischrandes, ebenfalls verursacht durch einen Mangel an funktionsfähigen weißen Blutkörperchen.
Darüber hinaus kommt es zu weiteren Krankheitszeichen. Diese haben ihre Ursache in einer massenhaften Absiedlung der Leukämiezellen, die in fast allen Organen des Körpers stattfinden kann:
- Lymphknoten schwellen an und werden tastbar oder sichtbar. Dies betrifft vor allem Kinder. Große "Pakete" von geschwollenen Lymphknoten können andere Organe bedrängen und in ihrer Funktion beeinträchtigen. Ein Lymphknotenbefall im Bereich des Mittelfells (zwischen den Lungenflügeln) kann beispielsweise Heiserkeit, Luftnot oder Schluckstörungen auslösen. Die Leber und die Milz können stark anschwellen und Bauchschmerzen verursachen.
- Ein Befall des Gehirns kann verschiedenste neurologische oder psychische Krankheitszeichen auslösen. Diese können sich unter anderem in Form von Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen oder Sinnesstörungen äußern.
- Das Zahnfleisch schwillt an und auch in der Haut können Absiedlungen von Leukämiezellen als kleine Verdickungen bemerkt werden.
- Vor allem bei kindlicher ALL kommt es häufig zu Knochenschmerzen. Obwohl viele gesunde heranwachsende Kinder zeitweise über Knochenschmerzen klagen, kann dies eben auch ein Zeichen für eine Leukämie sein. Bei anhaltenden Beschwerden und Auffälligkeiten in der Blutuntersuchung (wie z.B. einer Blutarmut) sollte deshalb frühzeitig eine Knochenmarksuntersuchung angestrebt werden.
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