FSME - Frühsommermeningoenzyphallitis - Symptome

Die FSME ist eine entzündliche Infektionskrankheit der Hirnhäute (Meningen), des Gehirns (Enzephalon) und mitunter auch des Rückenmarks (Myelon). Hier finden Sie alles zum Thema.


Symptome

Vermutlich verläuft die Infektion bei zirka 70% aller Menschen, die von einer infizierten Zecke gestochen werden, ohne Symptome (asymptomatisch).

Bei ungefähr 30% kommt es ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich (der freilich nicht in jedem Fall bemerkt und erinnert wird) zu grippeartigen Beschwerden mit erhöhter Temperatur, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und manchmal auch Magen-Darm-Beschwerden. Bei ca. 90% der Betroffenen ist jetzt bereits alles überstanden. Nur in ca. 10% der Fälle kommt es zu einer zweiten Erkrankungsphase nach einem fieberfreien Intervall von einigen Tagen. Die Infektion führt dann entweder zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Meningoenzephalitis (Entzündung der Hirnhäute und des Hirngewebes) oder selten zu einer Meningoenzephalomyelitis (Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarks).

Bei einer reinen Hirnhautentzündung sind Fieber, starke Kopfschmerzen und schmerzhafte Nackensteifigkeit charakteristische Krankheitszeichen. Zusätzlich können Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Reizbarkeit und Mattheit auftreten. Innerhalb weniger Wochen heilt die Meningitis folgenlos aus.

Bei der Meningoenzephalitis kommt es zusätzlich zu diesen Symptomen häufig zu Bewusstseinsstörungen, die von leichter Benommenheit bis zum Koma reichen können. Ein Teil der Betroffenen leidet darüber hinaus an Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination), Lähmungserscheinungen, Tremor (Zittern) und selten auch an Doppelbildern oder Gesichtslähmung. Der Krankheitsverlauf ist langwieriger als bei der Meningitis; nach etwa einem Vierteljahr sind aber die meisten Patienten wieder gesund oder berichten lediglich über relativ geringfügige Beschwerden wie gelegentliche Kopfschmerzen, raschere Ermüdbarkeit oder leichte Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.

Die Meningoenzephalomyelitis nimmt einen dramatischen und schweren Krankheitsverlauf. Die Betroffenen haben immer - zum Teil hochgradige - Lähmungserscheinungen von Armen und Beinen, meist auch eine schwere Bewusstseinsstörung und Koordinationsstörungen. Auf Grund einer Lähmung der Schluck- und Atemmuskulatur muss ungefähr die Hälfte der Erkrankten maschinell beatmet werden. Diese Verlaufsform der FSME heilt nur in Ausnahmefällen folgenlos aus. Bei den meisten Patienten bleiben unterschiedlich stark ausgeprägte Lähmungen der Extremitäten zurück, die bis hin zur völligen Pflegebedürftigkeit führen. In einzelnen Fällen kann auch die Lähmung der Schluck- und Atemmuskulatur anhaltend und so schwer sein, dass diese Unglücklichen dauerhaft maschinell beatmet werden müssen. Demgegenüber sind bleibende Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit sehr viel seltener und weniger schwer.

Kinder und Jugendliche erkranken überwiegend (zirka zwei Drittel der Fälle) an einer stets folgenlos ausheilenden Meningitis, seltener an einer Enzephalitis, die fast immer ebenfalls einen gutartigen Verlauf nimmt. Mit zunehmendem Lebensalter verläuft die Erkrankung häufiger als Enzephalitis und seltener als harmlose Meningitis. Bis zu 10% der Erwachsenen erkranken an der schwersten Verlaufsform, der Enzephalomyelitis. Ungefähr 1-2% aller Erkrankten sterben; Todesfälle bei Kindern kommen praktisch niemals vor.

Quelle: Springer Medizin
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