Asthma bronchiale - Bronchialasthma - Prävention
Prävention
Beim Asthma bronchiale gibt es eine erbliche Veranlagung, deshalb kann man den auslösenden Faktoren nur dann begegnen, wenn sie kontrollierbar sind. Dies trifft für das Rauchen und Passivrauchen zu, sowie für die Vermeidung allergischer Auslöser (Haustierhaltung, Hausstaubmilben). Wenn sich die Vermutungen über den Zusammenhang zwischen Virusinfektionen und Asthma bestätigen, könnte auch über die Behandlung von Viruserkrankungen das Entstehen von Asthmaerkrankungen verhindert werden.
Bei einem bekannten erblichen Risiko für eine allergische Erkrankung (so genanntes Atopie-Risiko) sollten Allergie fördernde Bedingungen vermieden werden. Ein erhöhtes Risiko liegt vor, wenn zum Beispiel beide Eltern eines Kindes eine Atopie haben. In solch einem Fall sollte nach den Empfehlungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften wenigstens in den ersten vier bis sechs Monaten nach der Geburt vorzugsweise Muttermilch zur Ernährung verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, kann sogenannte hypoallergene Säuglingsnahrung (HA-Säuglingsnahrung) gegeben werden. Hypoallergene Nahrung bedeutet, dass die Inhaltsstoffe der Milch chemisch so verändert worden sind, dass die Gefahr einer Allergieentstehung so gering wie möglich gehalten wird.
Bei einem hohen erblichen Allergierisiko kann man durch Verzicht auf Haustiere, Vermeiden von Rauchen in der Umgebung des Asthmapatienten (Passivrauchen) und durch eine möglichst Hausstaubmilbenfreie Wohnung (Vermeiden von Teppichböden, Vorhängen et cetera) zur Verhinderung einer Allergieentstehung wesentlich beitragen.
Man geht davon aus, dass durch die Befolgung solcher Maßnahmen etwa 50 Prozent der Asthmaerkrankungen im Kindesalter zu vermeiden wären.
Was kann der Patient selbst tun, um das Fortschreiten der Asthmaerkrankung zu verhindern?
Die heute geltenden Therapieempfehlungen sind mit der Absicht entstanden, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Insbesondere die Behandlung mit inhalativen Corticosteroiden, die zur Verminderung der bronchialen Entzündung eingesetzt werden, kann zu einer Verlangsamung des Krankheitsverlaufes wesentlich beitragen.
Konsequente und lückenlose Behandlung mit den empfohlenen Mitteln bis zur Beschwerdefreiheit ist die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung eines Fortschreitens der Erkrankung.
Bei Atopie-Neigung oder schon vorhandener Allergie, sollten regelmäßige Kontakte mit den allergieauslösenden Stoffen soweit wie möglich vermieden werden. Hierzu gehört in einer Berufsberatung die Empfehlung, sich nicht einen Beruf zu wählen, der nicht mit einer besonderen Allergiegefährdung (Staub, Mehl, Pollenflug, Latex-Handschuhe et cetera) verbunden ist. Die Wohnung und der Arbeitsplatz können möglicherweise auf eine Verringerung der Allergene hin verbessert werden.
Die Zahl der schädlichen Umwelteinflüsse auf das gesunde Bronchialsystem und in viel höherem Maße auf das eines Asthma-Patienten ist extrem hoch. Der Betroffene kann niemals allen diesen Faktoren ausweichen, diese vermeiden und sich vor ihnen vollständig schützen. Um so wichtiger ist es aber, diejenigen auszuschalten, die ohne große Mühe vermieden werden können. An erster Stelle ist hier das Rauchen zu nennen. Das Passivrauchen gefährdet nachweislich die Atemwege von Kindern und erhöht das Risiko von Kindern, an Asthma zu erkranken. Auch Atemwegsinfektionen sind im Kindesalter häufiger in Familien, in denen die Kinder dem Rauchen der Eltern ausgesetzt sind. Asthmatiker unterlassen meist das eigene Rauchen aus Selbstschutz, da sie die ständige Irritation des Bronchialsystems durch den Rauch nicht vertragen.
Was kann von anderer Seite aus unternommen werden, um das Auftreten oder Fortschreiten der Krankheit zu verhindern?
Bei allergisch bedingtem Asthma durch Allergene am Arbeitsplatz (beispielsweise Bäckerasthma durch Allergie gegen Mehle oder Backzusätze) reicht oft eine Arbeitsplatzumstrukturierung nicht aus, da eine gewisse Staubbelastung nicht vermeidbar ist. Durch wirksame Absaugeinrichtungen und entsprechende Abfüllvorrichtungen kann aber das Maß der Staubbelastung derart vermindert werden, dass die Wahrscheinlichkeit einer Allergieentstehung reduziert werden kann. Ist es zu einer arbeitsplatzbezogenen Allergie mit Asthma gekommen, muss die Tätigkeit aufgegeben werden, wenn man nicht eine fortschreitende Schädigung in Kauf nehmen will. Die Erkrankung kann dann als Berufskrankheit anerkannt werden.
Gibt es Impfungen oder medikamentöse Vorbeugungsmaßnahmen?
Obwohl es keine Impfung zur Vermeidung von Asthma gibt, ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass Patienten mit Asthma aus einer regelmäßigen Schutzimpfung gegen Virusgrippe Nutzen ziehen. Das Impfrisiko ist nachweislich nicht erhöht, wenn nicht gerade ein Infekt oder eine akute Verschlimmerung der Asthmaerkrankung vorliegt. Auch die Schutzimpfung gegen Pneumokokken-Pneumonie ist empfohlen.
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