Epilepsie / Anfallsleiden / Fallsucht - Prävention
Prävention
Viele Epilepsien gehen auf Hirnschädigungen beim ungeborenen Kind zurück. Eine umfassende Betreuung während der Schwangerschaft und der Entbindung kann das Risiko für eine Epilepsie verringern. Insbesondere bei Risikoschwangerschaften sind besondere Vorsicht und regelmäßige ärztliche Kontrolle erforderlich. Bluthochdruck und Infektionen während der Schwangerschaft sollen aus diesem Grund behandelt werden. Vor Eintritt einer Schwangerschaft sollte zudem der mütterliche Impfstatus überprüft werden.
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Infektionen und andere Erkrankungen können sich auch im weiteren Lebensverlauf auf das Gehirn auswirken. Sie sollten daher konsequent behandelt werden und das Risiko für Gefäßerkrankungen durch entsprechende Lebensführung (Verzicht auf Rauchen, gesunde Ernährung, regelmäßiger Sport und ausreichende Entspannung) minimiert werden.
Menschen mit einem erhöhten Epilepsierisiko, z.B. Kinder von Eltern mit Epilepsie, sollten sich zudem vor Kopfverletzungen schützen und beim Inlineskaten, Ski- oder Fahrradfahren einen Helm tragen.
Was aber tun, wenn ein Anfall auftritt?
- Bewahren Sie vor allem Ruhe.
- Bemerken Sie, dass ein Anfall naht, legen Sie sich auf den Boden
- Sehen Sie, dass ein Betroffenen einen Anfall erleidet, versuchen Sie ihn nicht festzuhalten, aber bringen sie spitze Gegenstände, an denen er sich verletzen kann, außer Reichweite.
- Schützen Sie den Kopf durch eine weiche Unterlage, ein Kissen oder eine Decke.
- Versuchen Sie nicht, dem Betroffenen einen Beißkeil zwischen die Zähne zu schieben. Wenn sich die Patienten im Anfall auf die Zunge beißen, passiert dies meist direkt in den ersten Sekunden.
- Schauen Sie auf die Uhr und notieren Sie, wie lange der Anfall dauert und was dabei passiert. Dies sind wichtige Hinweise für die Diagnosestellung und kann dazu beitragen, dass der Betroffene rasch richtig behandelt werden kann.
Wichtig ist auch, dass die Betroffenen ihre Medikamente regelmäßig, zum vorgeschriebenen Zeitpunkt und in der verordneten Dosis einnehmen. Außerdem ist eine geregelte Lebensführung von großer Bedeutung. Insbesondere auf regelmäßige und ausreichende Schlafenszeiten sollte geachtet werden. Der Genuss von Alkohol oder anderen Drogen kann genauso Anfälle auslösen wie Stress, Schlafmangel, stundenlanges Fernsehen, Computerspiele oder extreme Stimmungsschwankungen. Verletzungen durch Stürze kann bei Bedarf durch das Tragen entsprechender Protektoren (z.B. Helm, Knieschoner) vorgebeugt werden. Scharfe Kanten in der Wohnung können abgepolstert werden. Auch im Beruf und bei Hobbies sollte das erhöhte Sturzrisiko mit einkalkuliert werden. So sollten Berufe vermieden werden, die mit einer Absturzgefahr einhergehen oder das Führen eines Fahrzeuges erfordern. Auch bei einigen Sportarten wie z.B. dem Schwimmen oder dem Geräteturnen ist erhöhte Vorsicht geboten. Die Fahrtauglichkeit sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden und ist in der Regel nach zwölf anfallsfreien Monaten erneut gegeben. Dabei ist es von Vorteil, wenn Sie eine gute Dokumentation Ihres Krankheitsverlaufes vorweisen können (z.B. mit einem regelmäßigen und konsequent ausgefüllten Anfallskalender).
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