Arzneimittelexanthem - Prävention

Unter einem Arzneimittelexanthem versteht man eine Hautreaktion, die durch Arzneimittel hervorgerufen wird.


Prävention

Die beste Vorbeugung gegen das Auftreten von Arzneimittelexanthemen ist der sachgerechte Umgang mit Medikamenten. Jede Verordnung sollte triftige medizinische Gründe haben. Die Medikamente sollten jeweils nur für die notwendige Zeit angewandt werden.

Immer nach der Notwendigkeit fragen

Der behandelnde Arzt sollte insbesondere bei der längerfristigen Anwendung von Medikamenten (Blutdruckmedikation!) diese Notwendigkeit immer wieder kritisch prüfen.

Nicht selten lösen Substanzen allergische Arzneimittelexantheme aus, deren Einnahme nicht dringend erforderlich sind, zum Beispiel Vitaminpräparate. Auch als Patient sollte man sich fragen, ob man derartige Präparate tatsächlich unbedingt benötigt. Häufig sind dabei gar nicht die Wirkstoffe, also die Vitamine oder Mineralien, Ursache einer Allergie, sondern Zusatzstoffe in den Tabletten oder Kapseln.

Durch die Sammlung von Informationen über die Häufigkeit unerwünschter Nebenwirkungen können Medikamente identifiziert werden, die ein besonders hohes Risiko zur Auslösung von Arzneimittelexanthemen aufweisen. Diese sollten ganz besonders zurückhaltend verordnet werden. Meldungen über Nebenwirkungen werden zum Beispiel von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gesammelt, ausgewertet und neue Erkenntnisse über bisher nicht bekannte Nebenwirkungen eines Medikaments den Ärzten bekannt gegeben.

Vorsicht bei neuen Arzneimitteln

Zurückhaltung sollte ebenfalls bei neuen Arzneimitteln geübt werden, da häufig nur ein Bruchteil der möglichen Nebenwirkungen bekannt ist. In vielen Fällen lässt sich mit bekannten und bewährten Medikamenten genauso gut behandeln und die Nebenwirkungen, also auch das mögliche Auftreten von Arzneimittelexanthemen, sind bekannt.

Patienten genau befragen

Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist die genaue Befragung des Patienten zu bestehenden Allergien vor der Verordnung eines Medikaments. Liegt zum Beispiel eine Allergie gegen die bei bakteriellen Infektionen eingesetzten Sulfonamide vor, dann ist Vorsicht angebracht, wenn chemisch verwandte Stoffe verabreicht werden sollen. Chemische Verwandte der antibiotisch wirksamen Sulfonamide sind zum Beispiel harntreibende Mittel (Diuretika; unter anderem Furosemid oder Hydrochlorothiazid) oder blutzuckersenkende Mittel (chemisch Sulfonylharnstoffe genannt: zum Beispiel Glibenclamid). Allergien entwickeln sich auch bevorzugt gegen so genannte Parastoffe, die zum Beispiel in Form der Benzoesäure und Parabene als Konservierungsstoffe in vielen Lebensmitteln, Kosmetika und auch Arzneimitteln vorhanden sind. Zusätzlich zur allergischen Reaktion auf die in Arzneimitteln enthaltenen Parabene besteht bei einer Allergie gegen Parastoffe aber wahrscheinlich auch eine größere Gefahr, Allergien gegen andere Parastoffe zu entwickeln und dazu gehören die Sulfonamide und verschiedene Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetika).

Quelle: Springer Medizin
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