Bluthochdruck - Hypertonie - Prävention
Prävention
Maßnahmen, die einer Blutdruckerhöhung vorbeugen, sind nicht klar zu trennen von Allgemeinmaßnahmen zur Senkung eines bestehenden Bluthochdrucks.
Da für den essenziellen Bluthochdruck definitionsgemäß keine auslösenden Ursachen bekannt sind, lassen sich auch keine Maßnahmen nennen, die das Auftreten der Erkrankung sicher verhindern können. Der Schwerpunkt liegt hier in der frühzeitigen Erkennung der Erkrankung und in der Verkleinerung risikosteigernder Begleitfaktoren.
Regelmäßige Blutdruckmessung
Der erhöhte Blutdruck verursacht keine Beschwerden und kann einzig durch Messen festgestellt werden. Lassen Sie ihren Blutdruck also in regelmäßigen Abständen messen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie häufig dies geschehen sollte. Ausschlaggebend für die Häufigkeit der Blutdruckkontrollen ist
- der letzte gemessene Wert
- das Vorliegen von Risikofaktoren wie Rauchen, Pilleneinnahme, Übergewicht, erhöhte Blutfette oder gehäuftes Auftreten von Bluthochdruck in der Familie
- das Vorliegen von Erkrankungen wie Zuckerkrankheit oder Nierenerkrankungen
Zur Definition des Normalgewichts wird heute der so genante Body-Mass-Index (BMI) verwendet. Er errechnet sich aus
Dem Körpergewicht [kg]
geteilt durch
das Quadrat der Körperlänge [m²]
Als Normalgewicht wird ein BMI zwischen 21 und 25 bezeichnet. Personen, die einen höheren BMI haben, neigen nachgewiesenermaßen häufiger zur Ausbildung eines Bluthochdrucks. Umgekehrt lässt sich durch eine Gewichtsabnahme auch der Blutdruck senken. Pro Kilogramm Gewichtsverlust kann der Blutdruck um bis zu zwei mmHg absinken.
Regelmäßige Bewegung
Erwiesenermaßen haben Menschen, die regelmäßig körperlich aktiv sind, ein geringeres Risiko des Auftretens von Bluthochdruck. Umgekehrt kann ein bestehender Bluthochdruck durch Ausdauersportarten gesenkt werden. Ein weiterer positiver Effekt der körperlichen Aktivität besteht in der Gewichtsabnahme. Ausdauersportarten sind Laufen, Walken (schnelles Laufen), Joggen, Inlineskating, Schwimmen und Radfahren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche dieser Sportarten für Sie besonders geeignet erscheint und in welchem Umfang Sie sie ausführen können. Auch in den Alltag lassen sich verschiedenste körperliche Betätigungen oft ohne großen Zeitaufwand integrieren. Schon das Benutzen der Treppe anstelle des Fahrstuhls oder des Fahrrads statt des Autos kann ein Anfang sein.
Gesunde Ernährung
Essen Sie reichlich Obst und Gemüse, am besten fünf Portionen pro Tag. Diese enthalten sowohl Kalium, wertvolle Vitamine als auch Substanzen (Antioxydanzien), die Blutgefäßablagerungen entgegenwirken. Je durchgängiger die Blutgefäße sind, umso geringer ist auch das Risiko der Blutdrucksteigerung.
Eine Kochsalzaufnahme (Natriumchlorid) von fünf bis sechs Gramm pro Tag ist ausreichend. Größere Kochsalzmengen führen zu einer Zunahme des Blutvolumens und können dadurch den Blutdruck steigern. Achten sie vor allem darauf, Speisen nicht nachzusalzen und schränken Sie den Verzehr von besonders salzhaltigen Speisen wie Salzgebäck, Fleischprodukten und Käse ein. In vielen Gerichten kann Salz durch Kräuter oder Gewürze ersetzt werden. Auch Getränke können viel Natriumchlorid enthalten. Dies gilt insbesondere für Tomaten- und Gemüsesäfte, aber auch für manche Mineralwasser. Wählen Sie eines, das höchstens 100 Milligramm Natrium und 300 Milligramm Chlorid pro Liter enthält.
Genussmittel
Alkohol dürfen sie in Maßen zu sich nehmen und sollten dies nicht täglich tun. In Maßen heißt hier: Bis zu 30 Gramm Alkohol an einem Tag sind erlaubt. Das entspricht etwa einem Viertelliter Wein oder zwei Gläsern à 300 Millilitern Bier. Eine regelmäßig höherer Alkoholkonsum führt zu einer Blutdrucksteigerung, zusätzlich ist Alkohol ein unnötiger Kalorienlieferant. Auf das Rauchen sollte völlig verzichtet werden. Nikotin ist grundsätzlich als Gift zu betrachten, es führt zu einer Gefäßverengung und gilt als einer der Hauptauslöser für Blutgefäßschäden mit schwerwiegenden Folgen wie Herzinfarkt und arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine.
Psychische Anspannung und Stress
Vermutet wird, dass sowohl eine große seelische Belastung als auch ein hoher Stress in Alltag oder Beruf den Blutdruck erhöhen können. Hier kann das Erlernen von Entspannungstechniken wie autogenes Training vorbeugend gegen Bluthochdruck wirken, aber auch Überlegungen, wie viel Verantwortung Sie für welche Lebensbereiche übernehmen müssen und wollen, kann hilfreich sein. Möglicherweise können Sie einen Teil dieser Verantwortung abgeben und somit den Stress verringern. Auch dauerhaft bestehende Ängste können sich negativ (steigernd) auf den Blutdruck auswirken. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt zu sprechen, wenn solche Ängste Sie beeinträchtigen. Zahlreiche angstabbauende Behandlungsmöglichkeiten sowohl psychotherapeutischer als auch medikamentöser Art stehen heute zur Verfügung.
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