Lymphödem - Prävention
Prävention
Impfungen oder medikamentöse Vorbeugemaßnahmen zur Verhinderung eines Lymphödems gibt es nicht. Das Lymphödem ist keine ansteckende Erkrankung. Ein erblicher Übertragungsweg ist bis heute unbekannt.
Maßnahmen zur Vorbeugung eines Lymphödems
Vorbeugende Maßnahmen kommen dann in Betracht, wenn abzusehen ist, dass ein ärztlicher Eingriff wie die Entfernung von Lymphknoten im Rahmen von Krebsoperationen möglicherweise zu einem Lymphödem führt. In diesen Fällen kann durch rechtzeitigen Beginn einer Entstauungsbehandlung mit Lymphdrainage, Gymnastik nach Anleitung und Kompressionsverbänden das Auftreten eines ausgedehnten Lymphödems zwar nicht verhindert, in seinem Voranschreiten jedoch gebrems werden.
Bei Aufenthalt im Freien (Wiesen, Wälder), besonders in Süddeutschland, Österreich und Südeuropa, sollten Maßnahmen getroffen werden, die Zeckenbisse verhindern. Der Zeckenbiss selbst ist dabei harmlos, gefährlich sind jedoch Krankheitserreger wie Borrelien oder andere Bakterien oder Viren, die in diesen Gegenden mit dem Speichel der Zecke beim Biss übertragen werden. Die Infektion mit diesen Erregern kann sowohl ein Lymphödem auslösen als auch ein bereits bestehendes Lymphödem verschlimmern.
Bei Aufenthalten in den arabischen oder südafrikanischen Ländern sollte unbedingt das Baden in stehenden Gewässern (Tümpeln, Teichen, auch an Flussufern mit langsamer Strömung) vermieden werden. In diesen Gewässern kommen Parasiten (Filarien) vor, die die Haut durchdringen und in die Lymphgefäße wandern. Diese verkleben, und es bildet sich ein sekundäres Lymphödem. Ist es zu einer Filarien-Infektion gekommen, so müssen Medikamente wie zum Beispiel Heltrazan, täglich zwei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht über drei bis vier Wochen, eingenommen werden.
Maßnahmen, die der Verschlimmerung eines bestehenden Lymphödems vorbeugen sollen
Wichtig beim Lymphödem ist, dass der Patient die Haut der betroffenen Gliedmaße täglich pflegt. Dabei ist besonders wichtig, Feuchtigkeit im Bereich der Zwischenzehen- oder -fingerräume zu vermeiden. Hier kann der Ausgangspunkt einer Pilz- oder Bakterieninfektion sein, die das Krankheitsbild des Lymphödems weiter verschlimmert.
Das Tragen enger Kleidung sollte vermieden werden, da diese bei bestimmten Körperhaltungen zu Abschnürungen der Gliedmaßen mit weiterem Lymphstau führen kann
Außerdem sollte sich der vom Lymphödem betroffene Patient nicht direkter Sonnenbestrahlung aussetzen, Wärme- und Kälteanwendungen sowie die Anwendung von Alkoholumschlägen sind zu vermeiden. Dies ist deshalb zu beachten, weil alle diese Maßnahmen direkt oder indirekt die Hautdurchblutung anregen. Die kleinen Arterien in der Haut erweitern sich und vermehren dadurch auch den Übertritt von Wasser und Eiweiß aus dem Blut in das umgebende Gewebe.
Durch tägliche gymnastische Übungen wird der Lymphtransport durch Einwirkung der Muskelpumpe gesteigert, was sich günstig auf die Rückbildung des Lymphödems auswirkt. Solche Übungen können unter Anleitung durch Krankengymnasten erlernt werden.
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