Phobien, spezifisch - Prävention

Anhaltende Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen. Hier finden Sie alles zum Thema.


Prävention

Zumindest für Tierphobiker gilt: Sie sind den Tieren und ihren Artverwandten zwar nicht mehr spinnefeind, empfinden diese jedoch noch jahrelang als besondere Objekte.

Vor allem in den Gehirnen der kurierten Spinnen- und Schlangenphobiker tickt eine Zeitbombe: Wenn später jegliche Konfrontation mit den einstigen Angstobjekten fehlt, sinkt die Reaktionsschwelle der Mandelkerne wieder, es droht ein Rückfall.

Nur Mut und Übung machen den Meister

Nach dieser Devise geht es deshalb darum:

  • das Erlernte konsequent und regelmäßig weiter anzuwenden
  • das Angstverhalten in den belastenden Situationen zu normalisieren
  • neben den neuen Handlungs- auch neue Sichtweisen zu entwickeln
Viele kluge Worte erreichen nicht das, was eine einzige neue Erfahrung lehrt. Angst kann man nicht ausreden, man muss ihr standhalten.

Sollten Sie Ihre Grübeleien trotz allem nicht beenden können, hat es sich bewährt, jedes Mal, wenn das Grübeln beginnt, im Angsttagebuch mehrmals den magischen Satz zu notieren: Denke weniger und lerne durch Handeln. Letztlich geht es um die Übernahme von Eigenverantwortung und erfolgreiche Selbstkontrolle - darum, mit kleinen und großen Rückfällen fertig zu werden (normale Angst- und Stresserlebnisse sind häufig Auslöser für einen Rückfall), nicht den Mut zu verlieren, die Probleme aus eigener Kraft zu bewältigen und - vor allem - nicht zu vermeiden und zu fliehen! Schöpfen Sie jedes Mal aufs Neue Kraft und Selbstvertrauen aus bereits gemachten Erfolgserlebnissen und den damit verbundenen guten Gefühlen.

Je intensiver Sie üben, sich solche Zuversicht auf Abruf zugänglich zu machen, um so leichter wird Sie Ihnen bei Bedarf zur Verfügung stehen und dabei helfen, sich selbst in bessere Stimmung zu versetzen.

Hierbei unterstützen die Selbsthilfeinstrumente, die vom Therapeuten vermittelt beziehungsweise mitgegeben werden sowie zehn Regeln im Umgang mit der Angst, die Sie immer wieder laut vorlesen sollten, um sie zu verinnerlichen.

In allen Bereichen unseres Lebens heißt der erfolgreichste Weg zum Erlernen von Neuem: Wir müssen uns der Situation aussetzen. Das gilt auch für die Bewältigung der Angst. Diese Regeln sollen daran erinnern: Sie müssen wiederholt die Erfahrung machen, dass die Angst nicht zur Katastrophe wird.

  • Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind verstärkte normale Stressreaktionen.
  • Angstreaktionen sind nicht schädlich für die Gesundheit.
  • Verstärken Sie Angstreaktionen nicht durch Furcht erregende Fantasievorstellungen.
  • Bleiben Sie in der Realität, beobachten und beschreiben Sie innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.
  • Bleiben Sie in der Situation, bis die Angst vorüber ist.
  • Beobachten Sie, wie die Angst von allein wieder abnimmt.
  • Vermeiden Sie keine Angstsituationen!
  • Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen Angst machen.
  • Seien Sie stolz auf kleine Erfolge, auch die ganz kleinen!
  • Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.
Sie werden die Erfahrung machen, dass Ihr Selbstwertgefühl steigt, wenn Sie in dieser Weise gegen die Angst anarbeiten.

Schließlich wird Ihr Therapeut am Ende der Behandlung noch einmal alle früheren Fehlinterpretationen der Angstsymptome mit Ihnen durchgehen und überprüfen, ob noch Zweifel an den in der Therapie erarbeiteten Erklärungen bestehen.

Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln; wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel. Alte Weisheit

Quelle: Springer Medizin
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