Lungenembolie - Prävention

Eine Lungenembolie kann sowohl unbemerkt verlaufen als auch einen schweren Schock mit Todesfolge bewirken. Hier finden Sie alles zum Thema.


Prävention

Die wirksamste Vorbeugung gegen Lungenembolien besteht darin, ihre Ursache, nämlich Thrombosen der tiefen Oberschenkel- oder Beckenvenen gar nicht erst stattfinden zu lassen.

Zu 95 Prozent werden Lungenembolien durch Gerinnsel verursacht, die sich von einer zuvor entwickelten Thrombose der Becken- oder Oberschenkelvenen ablösen und in die Lungengefäße gespült werden. Zu solch einer Thrombose kann es kommen, wenn durch vorübergehende Behinderung der Mobilität, zum Beispiel nach Unfällen oder Operationen die Muskelpumpe der Waden nicht oder nicht ausreichend betätigt werden kann. Die wirksamste Vorbeugung der Embolie besteht demnach in einer Verhinderung solcher Thrombosen durch entsprechende Vorkehrungen. Diese bestehen im Wesentlichen im Tragen von Kompressionsstrümpfen und der Gabe von Heparin, bis die volle Funktionsfähigkeit der Wadenmuskelpumpe wieder gewährleistet ist.

Tipps für Langstreckenflieger: Auf langen Flügen (Reisezeit über vier Stunden) sollte zur Vermeidung einer Thromboseentwicklung Folgendes beherzigt werden:

  • Versuchen Sie, jede Stunde wenigstens ein paar Schritte zu gehen.
  • Trinken Sie viel, um eine Bluteindickung zu verhindern. Vermeiden Sie jedoch Kaffee, da dieser zu einer vermehrten Wasserausschwemmung führt.
  • Vermeiden Sie alkoholische Getränke. Alkohol entspannt die Muskeln und bewirkt dadurch, dass der Blutrückstrom aus den Beinen sich verlangsamt.
  • Tragen Sie keine Kleidung, die Sie einengt und den Blutfluss behindert. Stützstrümpfe können Thrombosen wirkungsvoll verhindern.
  • Personen, die in der Vergangenheit eine tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie hatten, sollten sich vor Antritt des Fluges eine Spritze niedermolekularen Heparins unter die Haut verabreichen.
Ist es dennoch zu einer Venenthrombose gekommen, so ist Bettruhe angezeigt. Das Einhalten einer Bettruhe ist abhängig von dem Ausmaß der Lungenembolie sowie von der Ursache der Lungenembolie, die häufig in einer tiefen Beinvenenthrombose liegt. Darüber hinaus sollte unbedingt ein Kompressionsverband fachmännisch angelegt werden und das Blut weiter mittels Heparin verdünnt werden. Dies ist in jedem Fall die Standardtherapie, die gegebenenfalls durch weitere Maßnahmen ergänzt wird.

Beim Vorliegen einer Beinvenenthrombose, die bereits zur Lungenembolie geführt hat, ist in besonderen Fällen das Einbringen eines Schirmfilters (Vena-Cava-Filters) in die untere Hohlvene erforderlich. Der Schirm soll das Abströmen der von der Beinvenenthrombose losgelösten Blutgerinnsel in die Lungenstrombahn verhindern. Die Filtersysteme werden über die Oberschenkel-oder Halsvene in die untere Hohlvene vorgeschoben und unterhalb der Nierenvene platziert.

Da das Einbringen von Filtersystemen in die untere Hohlvene in drei bis 18 Prozent der Fälle mit einem Verschluss dieses Gefäßes einhergeht und auch selten andere Komplikationen wie Einrisse der Hohlvene vorkommen können, wird diese Methode als vorbeugende Maßnahme nur in folgenden Sonderfällen angewandt:

  • bei immer wiederkehrenden Lungenembolien trotz erfolgter medikamentöser Gerinnungshemmung
  • bei Gegenanzeige gegen eine medikamentöse Gerinnungshemmung
Trotz implantierten Vena-Cava-Filters kann es - wenn auch selten - mit einer Häufigkeit von zweieinhalb Prozent der Fälle immer noch zu Lungenembolien kommen.

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Die Abbildung zeigt einen Schirmfilter, der in die untere Hohlvene eingelegt wird und Blutgerinnsel aus den Bein- und Beckenvenen vor dem Einfließen in den Lungenkreislauf hindert. Der Filter, rechts im Detail, besteht aus einem flüssigkeitsdurchlässigen Schirm und mehreren Armen, die ihn in der Hohlvene verankern.

Quelle: Springer Medizin
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