Harnsteine - Prävention

Harnsteine sind im Harntrakt auskristallisierte Salze, die in Abhängigkeit von ihrer Lage unterschiedliche Beschwerden verursachen. Hier finden Sie alles zum Thema.


Prävention

Die allgemeine Vorbeugung von Harnsteinen beinhaltet die reichliche Flüssigkeitszufuhr (mindestens zweieinhalb Liter mit Mineralwasser oder Früchtetee pro Tag), die ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung und körperliche Bewegung.

Allgemeine Maßnahmen

Da es sich beim Harnsteinleiden letztlich um ein volksgesundheitliches Problem handelt (zirka vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Harnsteinen), sollten allgemeine Richtlinien beachtet werden. Zu diesen allgemeinen Richtlinien zählen:

  • Reichliche Flüssigkeitszufuhr mit Getränken: Mindestens zweieinhalb Liter Flüssigkeit (zum Beispiel Mineralwasser oder Früchtetee) innerhalb von 24 Stunden sind empfehlenswert, um die Harnwege ausreichend durchzuspülen.
  • Weiterhin ist eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung zur Vorbeugung von Harnsteinen zu empfehlen. Sinnvoll ist zum Beispiel der tägliche Verzehr von fünf unterschiedlichen Obst- oder Gemüsesorten (ein Beispiel für eine Tagesration: ein Apfel, eine Banane, eine Kiwi, eine Paprika, ein Kohlrabi). Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind: Haferflocken, Müsli, Linsen, Bohnen, frisches Obst und Gemüse. Fettarme Nahrungsmittel sind alle Obst- und Gemüsesorten.
  • Reichliche körperliche Bewegung (zum Beispiel zweimal wöchentlich für 30 Minuten Gehen, Laufen oder Schwimmen) und die Reduktion von Übergewicht (zum Beispiel bei einem Body Mass Index von über 30) sind zu empfehlen, da sich der menschliche Stoffwechsel dadurch positiv verändern kann - es gelangen beispielsweise weniger Stein bildende Stoffe in den Harntrakt.

Individuelle Maßnahmen

Spezielle ärztliche Untersuchungen können durchgeführt werden, welche den individuellen Status der Laborparameter bestimmen. Wichtig kann die Kenntnis von folgenden Werten im Blut sein: Kalzium, Harnsäure, Kreatinin, Harnstoff, Triglyzeride, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin. Die Normalisierung dieser Laborparameter durch die Beratung und die entsprechende Behandlung des Arztes kann das Risiko eines erneuten Auftretens reduzieren.

Weiterhin wichtig, ist die Behandlung von bestehenden Krankheiten, die Einfluss auf den Hormonstatus (zum Beispiel Vitamin D, Parathormon) und damit auf die Blutkonzentrationen von Kalzium und Phosphat haben.

Wegen der hohen Rate des Wiederauftretens eines Harnsteines (sie beträgt bei fehlender Nachsorge etwa 60 Prozent) sind neben der regelmäßigen Nachsorge beim Facharzt für Urologie ebenfalls individuelle Vorbeugungsmaßnahmen wichtig. Die Kenntnis des Patienten, welche Zusammensetzung ein entfernter Harnstein hatte, kann für die individuelle Ernährungsanpassung wichtig sein.

Patienten, bei denen durch die ärztliche Untersuchung folgende Harnsteinzusammensetzung diagnostiziert wurde (Kalzium-Oxalat-Stein, Harnsäurestein, Kalzium-Phosphat-Stein) könnten die aufgeführten Ernährungsratschläge berücksichtigen.

Allerdings ist man heute von einer radikalen Einhaltung dieser Ernährungsrichtlinien abgekommen. Betont werden sollte deshalb noch einmal die Ausgewogenheit der Ernährung, die Bewegung und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion.

Patienten mit Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steinen (Infektsteinen) und Zystinsteinen sollten die ärztliche Nachsorge besonders ernst nehmen, weil gerade bei diesen Steinen das Wiederauftreten vorprogrammiert ist.

Zur Information sind einige der strikten Ernährungsrichtlinien aufgeführt, die bis Anfang der 90-er Jahre in der Harnsteinvorbeugung Anwendung fanden.

Patient mit Kalzium-Oxalat-Steinen

  • Reduktion von tierischen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Fleisch und Wurst
  • Reduktion von kalziumreichen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Käse, Milch und Quark
  • Verzicht auf oxalatreiche Nahrungsmittel, wie beispielsweise Rhabarber, Spinat und Tomate
  • Verminderung des Salzkonsums, wenn möglich völliger Verzicht des Salzstreuers
  • Verzicht auf purinhaltige Nahrung, zum Beispiel enthalten in den Innereien von Fleisch, Wurst, Linsen, Sardinen

Patient mit Harnsäuresteinen

  • Reduktion des Körpergewichts
  • Verzicht auf purinhaltige Nahrung, zum Beispiel enthalten in den Innereien von Fleisch, Wurst und Linsen, Sardinen (der Puringehalt der Nahrung sollte unter 300 Milligramm Purin am Tag sein)
  • Reduktion von tierischen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Fleisch und Wurst
  • Verzicht auf Alkohol

Patient mit Kalzium-Phosphat-Steinen

  • Reduktion von tierischen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Fleisch und Wurst
  • Reduktion von kalziumreichen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Käse, Milch und Quark
  • Reduktion von phosphatreichen Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Käse, Milch, Quark, Fleisch, Weizenkleie und Nüsse

Quelle: Springer Medizin
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