Darmverschluss - Ileus - Prävention
Prävention
Unter Vorbeugung einer Erkrankung (Prophylaxe) versteht man in der Regel die Druchführung von Maßnahmen oder die Einhaltung von Verhaltensregeln, die der Entstehung einer Erkrankung entgegenwirken sollen. Unterschieden werden müssen solche, die der Patient leisten kann (ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, Sport) von denen, die nur vom Arzt durchzuführen sind (Operationen zur Dünndarmfixierung, Dünndarmsonde). Für das Krankheitsbild des Darmverschlusses sind für beide Gebiete Beispiele im folgenden Kapitel zu finden.
Was kann der Patient tun?
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost ist bekanntermaßen aus den verschiedensten Gründen empfehlenswert. Bezüglich des hier behandelten Themas ist vor allem die Anregung der Darmtätigkeit der Grund, eine solche Ernährungsweise vorzuziehen. Ballaststoffreiche Kost (zum Beispiel Haferflocken, Erbsen, Bohnen, Gemüse, Äpfeln, Zitrusfrüchte) lockert den Stuhlgang auf und veranlasst den Darm reflektorisch durch Volumenzunahme des Inhalts zu vermehrter Tätigkeit. Die Volumenzunahme des Darminhalts ergibt sich durch das Aufquellen der Ballaststoffe - sie saugen Wasser auf. Durch das Aufquellen im Magen-Darm-Trakt fördern sie die Darmbewegungen und beugen dadurch einer Verstopfung (Obstipation) und einem Transportstop vor - eine zu starke Eindickung wird vermieden. Grundvorraussetzung ist zusätzlich eine reichliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern täglich - bestehend idealerweise aus Wasser, Tee und Obstsäften.
Weiterhin tragen ausreichende Bewegung und regelmäßige sportliche Betätigung nicht nur zur Erhaltung einer gesunden Darmtätigkeit bei.
Was kann der Arzt tun?
Hat der Patient schon einen Darmverschluss erlitten, gibt es für den behandelnden Mediziner drei Verfahren wie er versuchen kann, zu verhindern, dass sich das Übel wiederholt:
- Childs-Phillips-Operation: Um erneute Abknickungen, Abschnürungen oder Verdrehungen des Dünndarms zu verhindern, werden die Dünndarmschlingen ziehharmonikaartig in Schlingen aneinandergelegt und mit Nähten durch das so genannte Mesenterium (Halteapparat des Darms zur Bauchhinterwand) in Form gebracht und fixiert. Nach dieser Operation kommt es trotzdem bei 20 Prozent der operierten Patienten zum Wiederauftreten eines Darmverschlusses (Rezidivrate beträgt 20 Prozent). Ein weiteres Risiko ist die ungewollte Verletzung von größeren Darmgefäßen, denn im Halteapparat des Darms (Mesenterium) verlaufen die versorgenden Blutgefäße und Nerven des Darms.
- Dünndarmplikatur nach Noble: Die Dünndarmschlingen werden bei dieser Operationsmethode ebenfalls zieharmonikaartig drapiert. Die Nähte werden als Befestigung jedoch nicht durch das so genannte Mesenterium gelegt - es werden hier die jeweiligen Darmaußenwände miteinander vernäht. Hier beträgt die Rezidivrate zehn Prozent. Ein Risiko bei dieser Operation ist die Ausbildung von künstlichen, kleinen Gängen zwischen den einzelnen Darmschlingen (Fisteln) - diese können sich durch die Verletzung der Darmaußenwände mit der chirurgischen Nadel beim Nähen entwickeln. Es besteht auch das Risiko eines nachfolgenden mechanischen Darmverschlusses durch sich entwickelnde Entzündungen.
- Dünndarmsonde (meist so genannte Dennis-Sonde): Durch eine innere Darmschienung mit einer langen Sonde über zirka eine Woche kann der Dünndarm in seinem Verlauf fixiert werden. Die Dünndarmsonde verhindert die spitzwinklige Darmabknickung, erlaubt das Absaugen von Darminhalt und begünstigt flächige Verwachsungen, die ein Abknicken des Darms verhindern. Auch hier beträgt die Rezidivrate zehn Prozent. Es besteht das Risiko, dass sich durch den kleinen Ballon am Ende der Sonde kleine Druckgeschwüre an der Darmwand bilden. Um dies zu verhindern, wird die Dünndarmsonde regelmäßig bewegt.
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