FSME - Frühsommermeningoenzyphallitis - Prävention

Die FSME ist eine entzündliche Infektionskrankheit der Hirnhäute (Meningen), des Gehirns (Enzephalon) und mitunter auch des Rückenmarks (Myelon). Hier finden Sie alles zum Thema.


Prävention

Da Zecken im Vorübergehen von Gräsern und Buschwerk abgestreift werden (dass sie sich von den Bäumen herunterfallen lassen, ist ein Ammenmärchen), sollte man in betroffenen Regionen in Wald- und Wiesengebieten möglichst geschlossene Kleidung (lange Hosen, Socken) tragen und nach dem Aufenthalt im Freien den Körper auf Zecken absuchen.

So genannte Repellents (Insektenschutzmittel zum Einreiben) bieten keinen sicheren Schutz. Findet man eine Zecke, die sich festgesaugt hat, so sollte diese möglichst rasch mit einer Pinzette, notfalls auch mit den Fingernägeln, so nahe wie möglich an der Haut gegriffen und entfernt werden. Ob man dabei zieht oder dreht, ist unerheblich. Abzuraten ist aber von so genannten Hausmitteln wie Öl, Nagellack und Ähnlichem, denn sie führen dazu, dass die Zecke möglicherweise erregerhaltiges Sekret absondert.

Eine Schutzimpfung (aktive Immunisierung) ist möglich und dringend ratsam für Menschen, die in Endemiegebieten (Gegenden, in denen nachgewiesenermaßen häufiger Krankheitsfälle auftreten) wohnen oder dort Urlaub machen; insbesondere dann, wenn berufliche oder Freizeitaktivitäten zu häufigen Aufenthalten in Wald- und Wiesengebieten führen (zum Beispiel Forstarbeiter, Wanderer, Camper). Die Impfung besteht aus drei Teilimpfungen, die als Spritze in den Oberarm gegeben werden. Normalerweise wird die zweite Spritze nach zirka ein bis drei Monaten, die dritte nach zirka neun bis zwölf Monaten gegeben, im Bedarfsfall können die Zeitabstände aber auch wesentlich kürzer gehalten werden. Eine Auffrischimpfung sollte nach drei bis fünf Jahren erfolgen. Außer bei beruflich Gefährdeten übernehmen viele Krankenkassen die Impfkosten nicht selbstverständlich.

Bei fehlendem Impfschutz kann nach erlittenem Zeckenstich in einem Risikogebiet auch eine so genannte passive Immunisierung mit speziellen Immunglobulinen (Antikörper gegen FSME) durchgeführt werden, längstens vier Tage nach dem Zeckenstich. Diese Impfung bietet jedoch keinen sicheren Schutz vor Erkrankung, vielmehr werden immer wieder Fälle berichtet, in denen es nach passiver Immunisierung zu einem besonders schweren Krankheitsverlauf kam.

Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, bei denen die Erkrankung natürlicherweise einen harmlosen Verlauf nimmt, dürfen deshalb nicht passiv immunisiert werden.

Quelle: Springer Medizin
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