Thoraxschmerz - Brustschmerz - Diagnose
Diagnose
Viele Informationen, die zur Diagnose der für den Thoraxschmerz ursächlichen Erkrankung führen, gewinnt der Arzt aus einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten. Um die Verdachtsdiagnose zu sichern, sind aber noch zusätzliche Untersuchungen erforderlich.
Krankengeschichte (Anamnese) und körperliche Untersuchung
Wie bei jedem Schmerzsymptom wird der Arzt den Patienten auch beim Thoraxschmerz besonders ausführlich zu den Eigenschaften des Schmerzes befragen. Die wichtigsten Frage dazu lauten: Wo? Wie? Wann?
Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt nach Hinweisen suchen, welche die Verdachtsdiagnosen bestätigen oder zumindest die Zahl möglicher Ursachen weiter einengen. Beim Betrachten und Abtasten des Brustkorbs fallen eventuell vorhandene Schmerzpunkte, Schwellungen, Rötungen oder Fehlstellungen auf. Besonderes Augenmerk wird der Arzt auf die Kreislauffunktionen, nämlich Blässe, Puls, Blutdruck, Herztöne und das Abhören (Auskultation) der Lunge sowie auf die Untersuchung des Oberbauchs richten.
Weitere Untersuchungen
Bei Thoraxschmerz wird fast immer eine Röntgenaufnahme und eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Die Röntgenaufnahme des Thorax liefert viele wertvolle Hinweise. Sie zeigt Veränderungen bei Erkrankungen der Lunge, des Rippenfells, der Brustwand (vor allem der Knochen) und bei vielen Herzerkrankungen, allerdings nicht unbedingt beim Herzinfarkt. Ein EKG (Elektrokardiogramm, Herzstromkurve) kann erste Hinweise auf einen Herzinfarkt geben.
Besteht auch nur der geringste Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollten im Blut die Herzenzyme bestimmt werden.
Abgrenzung der möglichen Ursachen
Hinter dem Symptom Thoraxschmerz verbergen sich die verschiedensten Krankheitsbilder. Oft geben die Vorgeschichte und die Begleitsymptome wichtige Hinweise auf das eigentliche Krankheitsbild. Manchmal stellt sich die Ursache aber auch erst im weiteren Verlauf heraus.
Die Krankheitsbilder, die mit Thoraxschmerz einhergehen können, sind mannigfaltig. Harmlose und bedrohliche Erkrankungen können sich ganz ähnlich äußern und der Schmerz kann sich auch beim gleichen Krankheitsbild bei verschiedenen Patienten unterschiedlich äußern. Aus diesen Gründen ist Thoraxschmerz immer eine Herausforderung für den behandelnden Arzt. Häufig kann die Ursache nicht sofort eindeutig zugeordnet werden, und es gilt zunächst nur die bedrohlichen Krankheitsbilder auszuschließen.
Was bedeuten Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl?
Thoraxschmerz kann mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden sein.
Wann tritt zusammen mit Thoraxschmerz Luftnot auf?
Zusätzlich zum Thoraxschmerz tritt bei verschiedenen Erkrankungen Luftnot auf.
Gewichtsverlust und Leistungsminderung
Tumoren und entzündliche Erkrankungen können mit Gewichtsverlust verbunden sein.
Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und Erbrechen sind weitere zusätzliche Symptome, die bei Thoraxschemrzen auftreten können.
Die Reihenfolge weiterer Untersuchungen bei Thoraxschmerz und die Auswahl richten sich nach den Ergebnissen der Anamnese (Vorgeschichte) und den Befunden der körperlichen Untersuchung.
Ein weiteres bildgebendes Verfahren neben der Röntgenaufnahme des Thorax ist die Computertomographie. Durch sie erfolgt die Röntgendarstellung des Brustkorbs oder des Oberbauchs in feinen Schichten.
Die Echokardiographie wird auch eingesetzt bei Anhaltspunkten für eine Herzklappenerkrankung, einen Herzinfarkt, eine koronare Herzkrankheit (Verengungen der Herzkranzgefäße), eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung), Perikarditis (Herzbeutelentzündung) oder eine Lungenembolie.
Bei Anhaltspunkten für eine koronare Herzkrankheit (Verengungen der Herzkranzgefäße) sind EKG, Echokardiographie und Belastungs-EKG (Aufzeichnung eines EKGs unter definierter körperlicher Belastung) als zusätzliche Untersuchungen von Bedeutung.
Die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) ist nur gelegentlich hilfreich bei der Abklärung von Thoraxschmerzen, nämlich dann, wenn eine Entzündung der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis) vermutet wird.
Besteht der Verdacht, dass die Speiseröhre Ursprung der Schmerzen ist, so ist eine Speiseröhren- und Magenspiegelung (Oesophago-Gastroskopie) notwendig, mit deren Hilfe auch die Schleimhaut der Speiseröhre beurteilt und Proben entnommen werden können.
| zurück | zur Übersicht | weiter |
|---|




