Reizdarm / Colon irritabile - Diagnose
Diagnose
Die Untersuchungen richten sich immer nach dem Schweregrad und der Art der Symptome. In einem ersten Schritt wird der Arzt bei allen Patienten zunächst klären, wann die Symptome begonnen haben, wie lange sie andauern und welche Medikamente eingenommen werden. Der Arzt wird außerdem nach Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes in der Familie fragen.
Um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen, ist es wichtig, die Beschwerden möglichst genau zu erfassen. Hierbei kann es helfen, wenn der Patient zunächst ein „Symptomtagebuch“ führt. Dabei werden Zeitpunkt und Intensität der Beschwerden erfasst. Außerdem notiert der Betroffene, in welcher Situation er sich gerade befand und wie er sich fühlte, als die Symptome auftraten und was er dagegen unternahm. Das Tagebuch sollte über 14 Tage geführt werden, bei gebärfähigen Frauen über einen Monatszyklus. Lassen sich anhand des Symptomtagebuchs bestimmte auslösende Faktoren ausmachen, kann zur zusätzlichen Überprüfung ein Funktionstest durchgeführt werden (z.B. ein H2-Atemtest, mit dem sich eine Laktoseintoleranz nachweisen lässt).
Um die Schmerzen zu quantifizieren, können beispielsweise Beschwerdeskalen eingesetzt werden.
Im Anschluss an das Gespräch erfolgt eine körperliche Untersuchung mit Abtasten und Abklopfen des Bauches und ein Abhorchen des Bauchraumes mit dem Stethoskop. Außerdem wird eine Laboruntersuchung veranlasst, bei der Leberwerte, Elektrolyte, Harnstoff, das Blutbild und eventuell die Schilddrüsenhormone bestimmt werden. Bei Frauen wird meist zusätzlich eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt.
Zu den Standarduntersuchungen gehört außerdem ein Ultraschall. Dabei wird der Bauch ohne Strahlenbelastung und ohne Beeinträchtigung des Patienten mit Ultraschallwellen untersucht. So können die inneren Organe des Bauchraums auf einem Bildschirm dargestellt werden. Krankhafte Veränderungen wie beispielsweise eine Darmverengung aufgrund einer Entzündung können erkannt werden.
Die weiteren diagnostischen Schritte richten sich nach der Art der Beschwerden (Verstopfung / Durchfall / Schmerzen / Blähungen). Durch sie will der Untersucher sicher gehen, dass organische Erkrankungen, die gleiche Symptome zeigen, nicht der Grund der Beschwerden sind. Man nennt dieses Vorgehen Ausschlussdiagnostik, weil man nicht zur Diagnose gelangt, indem man die Krankheit direkt erkennt, sondern andere Erkrankungen ausschließt.
Untypisch für einen Reizdarm sind Beschwerden wie Blut im Stuhl, Fieber, nicht erklärbare, ungewollte Gewichtsabnahme oder nächtliche Beschwerden. Auch starker und anhaltender Durchfall erfordert eine weitere Abklärung. Treten derartige Alarmsymptome auf, wird der Arzt spezielle Untersuchungen wie beispielsweise eine Darmspiegelung vornehmen.
Ergeben alle durchgeführten Untersuchungen keinen krankhaften Befund, kann mit einer Probetherapie begonnen werden, die die Symptome des Reizdarms bekämpft. Tritt eine Besserung auf, bestätigt dies die Verdachtsdiagnose.
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