Atemnot - Dyspnoe - Diagnose

Der medizinische Fachbegriff für Luftnot ist Dyspnoe. Im Deutschen werden auch die Wörter Atemnot oder Lufthunger für das Symptom benutzt.


Diagnose

Am Anfang der Untersuchungen steht die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Danach wird der Arzt apparative Untersuchungen veranlassen, von denen die Röntgen- und Lungenfunktionsuntersuchung am wichtigsten sind.

Da der Zeitpunkt des Auftretens und die Begleitumstände wichtige Hinweise auf die Ursache der Luftnot geben, sind folgende Angaben hilfreich für den Arzt:

  • Zeitpunkt, Ort und Umstände beim Auftreten von Luftnot: Wann, wo und wie?
  • Welche auslösenden oder erschwerenden Faktoren gibt es?
  • Besteht ein Zusammenhang mit körperlichen Aktivitäten? Luftnot bei Belastung oder nach Belastungsende? Luftnot unabhängig von körperlichen Belastungen?
  • Dauer: Ist die Luftnot zeitweilig oder andauernd, gleichbleibend oder zunehmend?
  • Wann: Tritt die Luftnot besonders nachts auf?
  • Ist die Luftnot abhängig von bestimmten Körperlagen (im Liegen, im Sitzen)?

Daneben gehört die Schilderung von begleitenden Beschwerden, eigenen Vorerkrankungen, Erkrankungen in der Familie und den bisherigen Maßnahmen (auch Medikamente) zur Anamnese.

Durch die Ergebnisse der Befragung wird der Arzt in den meisten Fällen eine oder mehrere Verdachtsdiagnosen stellen können. Bestimmte Erkrankungen erscheinen danach wahrscheinlicher als andere.

Bei der körperlichen Untersuchung wird nach Hinweisen gesucht, welche die Verdachtsdiagnosen bestätigen oder zumindest die Zahl möglicher Ursachen weiter einengen. Besonderes Augenmerk wird der Arzt auf die Atmung (Frequenz, Atemtyp), die Kreislauffunktionen (Blässe, bläuliche Verfärbung [Zyanose], Puls, Blutdruck) und das Abhören (Auskultation) von Herz und Lunge richten.

Die Untersuchungsverfahren im Überblick:

Röntgen- und Lungenfunktionsuntersuchung bei Atemnot

Die wichtigsten Untersuchungen bei Luftnot sind die Röntgenaufnahme der Lunge und die Lungenfunktionsdiagnostik. Mit diesen beiden Untersuchungen lassen sich bereits eine Reihe von Krankheitsbildern diagnostizieren beziehungsweise ausschließen.

Weitere Untersuchungen bei Atemnot

Bei Luftnot werden andere Untersuchungen wie zum Beispiel Blutuntersuchungen, Computertomographie, Ultraschalluntersuchungen oder eine Lungenspiegelung nur beim Verdacht auf bestimmte Erkrankungen durchgeführt.

Die Reihenfolge der Untersuchungen und die Auswahl richten sich nach den Ergebnissen der Anamnese (Vorgeschichte) und den Befunden der körperlichen Untersuchung. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der ärztlichen Kunst, die Untersuchungen so auszuwählen, dass die Diagnose schnell gestellt werden kann und der Patient möglichst wenig belastet wird.

Übersicht der Untersuchungen bei Atemnot

Die folgende Tabelle zeigt, wann verschiedene Untersuchungen bei Luftnot eingesetzt werden.













UntersuchungEinsatz
Röntgen der LungeRoutineuntersuchung
im Prinzip bei jeder Art von unklarer Luftnot
LungenfunktionsuntersuchungRoutineuntersuchung
im Prinzip bei jeder Art von unklarer Luftnot
BlutuntersuchungenRoutineuntersuchungen
von Säure-Basen-Haushalt, Entzündungswerten, Blutbild und anderen Spezialuntersuchungen
bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Stoffwechselstörungen (zum Beispiel der Schilddrüse)
EKG - ElektrokardiogrammSpezialuntersuchung
bei Verdacht auf Herzerkrankung
Belastungs-EKGSpezialuntersuchung
Unterscheidung von Herz- und Lungenerkrankungen als Ursache
UltraschalluntersuchungenSpezialuntersuchungen
bei Verdacht auf Erkrankungen von Herz oder Rippenfell
ComputertomographieSpezialuntersuchung
bei Verdacht auf Lungenembolie oder Tumoren
LungenszintigraphieSpezialuntersuchung
bei Verdacht auf Lungenembolie
HerzkathederSpezialuntersuchung
bei Verdacht auf Lungenembolie oder Herzerkrankungen
LungenspiegelungSpezialuntersuchung
bei Verdacht auf Tumoren der Lunge

Abgrenzung der Ursachen von Atemnot

Luftnot ist keine eigenständige Erkrankung. Hinter dem Symptom Luftnot verbirgt sich immer eine auslösende Erkrankung. Die Krankheitszeichen sind somit von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig.

Quelle: Springer Medizin
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