Hämaturie (Blut im Urin) - Diagnose
Diagnose
Die Abklärung der Hämaturie erfolgt systematisch durch Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), klinische Untersuchung des Patienten, Labordiagnostik (Untersuchung von Blut und Urin), Einsatz bildgebender Untersuchungsmethoden (Ultraschall, Röntgen, Blasen- und Harnleiterspiegelung).
Die Abklärung der Hämaturie erfolgt stufenweise. Die bisherige Krankengeschichte (Anamnese) und die sorgfältige Untersuchung des Patienten bilden den Grundstock für jede weitere Diagnostik.
Anamnese
Bei der ärztlichen Erfragung nach der Krankheitsgeschichte wird gefragt nach: Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Alter, Dauer der Blutung, Art der Blutung, weiteren Blutungen (Rezidivblutungen), Art und Lokalisation von Schmerzen (Dysurie), Lymphknotenschwellungen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen), Verletzungen oder Vorwölbungen der Bauchdecken.
Bei der Erhebung der Krankheitsgeschichte wird besonderer Wert auf die Art und Dauer der Blutung, weiteren Symptomen wie zum Beispiel Schmerzen, Vorerkrankungen und der bisherigen Medikamenteneinnahme gelegt.
Blut- und Urinuntersuchung
Die Untersuchung des Urins erlaubt eine exakte Analyse, wieviel rote Blutkörperchen im Urin enthalten sind. Bei bereits mit bloßem Auge erkennbar deutlich verfärbtem Urin erübrigt sich eine mikroskopische Analyse.
Die Untersuchung verschiedener Blutparameter (zum Beispiel Anzahl der Blutplättchen, so genannte Thrombinzeit) gestattet eine Beurteilung der Gerinnungsfähigkeit. Weiterhin ist die Blutzusammensetzung (Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen) wichtig.
Ultraschalluntersuchung
Dank der Ultraschalluntersuchung (Sonographie), einem nebenwirkungsfreien und jederzeit wiederholbaren Untersuchungsverfahren können Veränderungen an den Nieren als Ursache der Hämaturie zuverlässig beschrieben werden. Dabei werden Tumoren im Nierenbereich und Harnsteine erkannt beziehungsweise ausgeschlossen.
Röntgenuntersuchung
Die Abklärung des Harnleiterbereiches macht eine Röntgenuntersuchung unumgänglich. Durch die Gabe eines Kontrastmittels im Rahmen der so genannten intravenösen Urographie wird der Harnleiter in seinem Verlauf dargestellt und krankhafte Veränderungen werden ersichtlich. Tumoren erkennt man durch Kontrastmittelaussparungen, Steine sind als Schatten auf dem Röntgenfilm oder als Umfließungsfigur nach Kontrastmittelgabe erkennbar.
Blasenspiegelung
Die Blase ist nur mittels einer Blasenspiegelung sicher zu beurteilen. Ursachen für eine bestehende Hämaturie wie Tumoren, Steine oder eine schwere chronische Entzündung, auch im Bereich der Harnröhre können bei dieser Untersuchung erkannt und beschrieben werden. Gefäßauflagerungen (krampfaderähnliche Gefäßerweiterungen) im Prostatabereich werden diagnostiziert.
Spiegelung des Harnleiters
Selten sind weitere Untersuchungen wie die Spiegelung des Harnleiters (Ureteroskopie) notwendig. Dabei wird ein langes dünnes Endoskop über die Blase in den Harnleiter eingeführt. So kann die Schleimhaut des Harnleiters exakt beurteilt werden. Tumoren und auch kleine Steine werden sicher erkannt.
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