Prostatavergrößerung - Benigne Prostatahyperplasie - Diagnose
Diagnose
Auf die Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung, und in Abhängigkeit von den Krankheitszeichen des Patienten können verschiedene andere apparative Untersuchungen vom Arzt durchgeführt werden.
Damit der Arzt die gutartige Prostatavergrößerung beurteilen kann, führt er ein Gespräch (Anamnese) und verschiedene Untersuchungen durch. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden sind:
- rektale Untersuchung
- Harnstrahl- und Restharnmessung
- Ultraschall, Blasenspiegelung und Blasendruckmessung
- Röntgenuntersuchung
- Bestimmung des prostataspezifischen Antigens
Bei der ersten Vorstellung wegen einer Störung des Wasserlassens wird der Urologe in einem ausführlichen Gespräch zunächst das Ausmaß der Beschwerden erfragen. Neben der Berücksichtigung von weiteren Symptomen im Bereich des unteren Harntraktes, wie einer Makrohämaturie (sichtbarer blutiger Urin) ist auf wiederkehrende Harnwegsinfekte zu achten. Wichtig ist weiterhin, nach Hinweisen auf eine so genannte neurogene Ursache für bestehende Blasenentleerungsstörungen zu suchen. Neurogene Ursachen bezeichnen Störungen im Nervensystem - zum Beispiel die Parkinson
Die Protokollierung der regelmäßig eingenommenen Medikamente ist weiterhin wichtig. Verschiedene Arzneimittel beeinflussen im Rahmen von Nebenwirkungen die Funktion des unteren Harntraktes.
Rektale Untersuchung
Durch eine Untersuchung der Vorsteherdrüse über den Mastdarm erfolgt eine Beurteilung der Prostatagröße, die jedoch mehr informativen Charakter hat, da die Größe allein Störungen der Blasenfunktion nicht sicher erklärt. Während dieser Untersuchung wird weiterhin die Funktion des Schließmuskels, des Beckenbodens und verschiedene Reflexe, die eine Einschätzung der nervalen Steuerung der Blase und des Beckenbodens erlauben, geprüft.
Harnstrahl- und Restharnmessung
Zwei wichtige Untersuchungen zur objektiven Beurteilung der Erkrankung sind die Harnstrahl- und Restharnmessung. Bei der Harnstrahlmessung wird der Patient aufgefordert, die volle Blase in einen speziellen Messtrichter zu entleeren. Dabei wird die Stärke des Harnstrahles gemessen. Für den Urologen wichtig ist dabei die aufgezeichnete Harnflusskurve und die erreichte maximale und mittlere Harnflussgeschwindigkeit. Nach dieser Untersuchung erfolgt die Restharnmessung mit dem Ultraschallgerät. Bei dieser Gelegenheit wird der Urologe die Nieren mit beurteilen, um mögliche krankhafte Veränderungen zu erkennen. Dabei werden die Nieren hinsichtlich ihrer Größe, Form und Struktur beurteilt.
Ultraschall, Blasenspiegelung und Blasendruckmessung
Weitere Untersuchungen beinhalten die exakte Größenbestimmung der Prostata über eine in den After eingeführte Spezial-Ultraschallsonde und die Blasenspiegelung zur Beurteilung der Einengung des Blasenausgangs durch die Prostata. In Abhängigkeit der erhobenen Befunde und der bestehenden Symptomatik ist in wenigen Fällen auch die Durchführung einer Blasendruckmessung angezeigt. Dabei geht es um die Unterscheidung, ob die bestehenden Beschwerden durch die vergrößerte Prostata oder durch eine davon unabhängige Blasenfunktionsstörung bedingt sind.
Röntgenuntersuchung
Die früher immer durchgeführte Röntgenuntersuchung der Nieren unter Verwendung eines Kontrastmittels ist heute, im Zeitalter der Ultraschalldiagnostik, in der Regel entbehrlich und sollte nur bei begleitenden anderen urologischen Problemen, zum Beispiel Blutbeimengungen im Urin und dem Harnsteinleiden durchgeführt werden.
Bestimmung des prostataspezifischen Antigens
Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut erfolgt in der Regel zum Ausschluss einer von der BPH unabhängig bestehenden bösartigen Prostataveränderung. Das PSA ist ein Tumormarker. Unter einem Tumormarker versteht man einen Stoff, der von bösartigen Zellen ausgeschieden wird und dessen Konzentration im Patientenblut wichtige Aussagen über das Vorhandensein und die Aktivität von Tumorzellen zulässt. Allerdings ist ein einziger Wert nicht aussagefähig - entscheidend sind Verlaufskontrollen. Bei hohen Werten sind zügige Kontrolluntersuchungen und eine weiter führende Abklärung beim Facharzt für Urologie zu empfehlen. Der PSA-Test ist als Schnelltest in der Apotheke erhältlich. Durch eine Blutprobe von der Fingerkuppe kann er dort durchgeführt werden. Die entgültige Diagnose sollte allerdings der Arzt stellen!
Nach Auswertung aller Untersuchungen erfolgt eine erste Einschätzung, ob zunächst ein medikamentöser Therapieversuch gerechtfertigt ist oder weitere Untersuchungen unter der Frage der Notwendigkeit einer Operation der vergrößerten Prostata vonnöten sind.
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