Arzneimittelexanthem - Diagnose
Diagnose
Die meisten Informationen erhält der Arzt beim Arzneimittelexanthem aus der ausführlichen Befragung des Patienten. Möglicherweise notwendige Blutuntersuchungen und Allergietests dienen der Bestätigung der Diagnose.Nur bei wenigen Arzneimittelexanthemen handelt es sich um eine Blickdiagnose, das bedeutet, der erfahrene Hautarzt kann auf einen Blick erkennen, dass es sich wahrscheinlich um ein Arzneimittelexanthem handelt. Wesentlich häufiger kommen nach dem Erscheinungsbild der Haut verschiedene Erkrankungen in Frage. Manche Medikamente neigen zu typischen Formen der Hauterscheinungen. Allerdings können die meisten Medikamente unterschiedliche Hautreaktionen auslösen. Aus diesem Grund ist es dem Arzt nur selten möglich, von dem Hautbild direkt auf das verursachende Medikament zu schließen.Besteht der Verdacht auf eine Arzneimittelallergie, so gilt es, das auslösende Medikament zu identifizieren. Das mag relativ einfach sein, wenn der Patient nur ein Medikament in den letzten Wochen vor dem Auftreten der Hauterscheinungen eingenommen hat und das Hautbild typisch für ein Arzneimittelexanthem ist. Sehr schwierig ist es aber, wenn der Patient viele verschiedene Medikamente einnimmt und die Therapie in den letzten Wochen mehrfach verändert wurde. Schließlich kann auch ein Medikament für die Allergie verantwortlich sein, das zum Zeitpunkt des Auftretens der ersten Hauterscheinungen schon wieder abgesetzt ist.Die Befragung des Kranken (Anamnese) steht am Anfang. Wesentliche Informationen sind dabei: Wo, wann und unter welchen Umständen traten die Hauterscheinungen auf? Welche Medikamente wurden über welchen Zeitraum eingenommen? Sind Allergien bekannt und sind solche Hauterscheinungen schon einmal aufgetreten? Dabei reicht es nicht aus, nur die Substanzgruppe (zum Beispiel Antibiotikum) zu benennen, sondern den genauen Wirkstoff beziehungsweise das Präparat. Je gründlicher die Krankengeschichte erfragt wird, um so eher kann das auslösende Medikament identifiziert werden. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung erfolgt eine sorgfältige Untersuchung der gesamten Haut (einschließlich behaartem Kopf und der Genitalregion) sowie der einsehbaren Schleimhäute.Blutuntersuchungen helfen bei der Diagnose eines Arzneimittelexanthems nur selten weiter. Nur für manche Arzneimittel existieren spezifische Tests, mit denen festgestellt werden kann, ob ein Patient gegen das entsprechende Medikament sensibilisiert ist. Wenn unklar ist, ob es sich bei einer Hauterscheinung um eine Allergie oder ein anderes Krankheitsbild der Haut handelt, können sich im Blut Zeichen einer ablaufenden allergischen Reaktion zeigen: Vermehrung der eosinophilen Granulozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen, die bei einer Allergie vermehrt im Blut erscheinen) und Erhöhung des Immunglobulins E (Antikörper, der bei Allergien vermehrt gebildet wird, IgE-Antikörper). Bei der Bestimmung der IgE-Antikörper sind zwei Verfahren zu unterscheiden: Einmal lässt sich bestimmen, ob die IgE-Antikörper insgesamt erhöht sind, was ganz allgemein für eine allergische Reaktion sprechen kann. Zum anderen kann man auch spezifische IgE-Antikörper nachweisen, die gegen einen bestimmten allergieauslösenden Stoff, zum Beispiel ein Arzneimittel, gerichtet sind.Um die richtige Diagnose zu stellen, stehen mehrere Untersuchungsverfahren zur Verfügung:Hauttests beim Arzneimittelexanthem
Hauttests sollten erst einige Zeit nach Abklingen der Hautentzündung durchgeführt werden, denn die kann möglicherweise die Testergebnisse beeinflussen, weil die Haut nach dem Abklingen einer Entzündung noch mehrere Wochen besonders irritierbar bleibt.
Die Durchführung der Tests ist wenig schmerzhaft. Allerdings kann es bei positivem Testergebnis unter Umständen zu Juckreiz kommen. Zur Diagnostik von Arzneimittelexanthemen werden folgende Tests angewandt:
Pricktest (Provokationstests beim Arzneimittelexanthem
Um herauszufinden, welches Medikament für ein Arzneimittelexanthem verantwortlich ist, sollten Provokationstests nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durchgeführt werden.
In vielen Fällen ergibt sich aus den Haut- und Labortests kein Hinweis auf das Vorliegen einer bestimmten Allergie. Das kann daran liegen, dass erst eine bestimmte Menge des Medikamentes zu den Symptomen führt und dass diese Menge bei den Hauttests nicht erreicht wird. In solchen Fällen kann der Provokationstest helfen. Dabei wird im Verlauf eines Tages das zu testende Medikament dem Patienten in der üblichen Weise (also beispielsweise als Tablette, Spritze oder Infusion) verabreicht, wobei man mit einer niedrigen Dosis beginnt und die Dosis stufenweise steigert, bis zur vollen Dosis des Medikaments. Sobald Symptome auftreten, wird die Testung sofort abgebrochen.
Provokationstests bergen ein erhebliches gesundheitliches Risiko und dürfen nur durchgeführt werden, wenn geschultes Personal und Ausstattung für eine Notfallbehandlung jederzeit erreichbar sind.
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