Lyme-Borreliose - Diagnose
Diagnose
Viele Kontakte mit Zecken bleiben unbemerkt. Die Diagnose einer Borreliose wird deshalb nicht selten erst anhand der auftretenden Symptome gestellt und dann durch Labordignostik abgesichert.
- Liegen untrügliche Zeichen für das Vorliegen einer Borreliose vor, wie die Wanderröte, kann sofort mit der Therapie begonnen werden.
- Durch eine Blutentnahme können Antikörper gegen Borrelien nachgewiesen werden. In der frühen Krankheitsphase sind die Antikörper jedoch oftmals noch nicht nachweisbar. Zu diesem Zeitpunkt besteht deshalb die Gefahr, dass die Blutuntersuchung unauffällig ist, obwohl eine Borreliose vorliegt. Andererseits kann es durch Kreuzreaktionen mit anderen Erregern, darunter der Erreger der Syphilis, zu falsch positiven Reaktionen kommen. Zudem kann auch eine lang zurückliegende, ausgeheilte Borrelien-Infektion für den Nachweis von Antikörpern im Blut verantwortlich sein.
Aus diesem Grund wird für einen möglichst aussagekräftigen und gültigen Befund ein zwei Stufen-Verfahren empfohlen, bei dem verschiedene Tests das Ergebnis absichern. - Bei Verdacht auf eine Neuroborreliose wird u.U. auch der Liquor cerebrospinalis, das Nervenwasser, untersucht. In der Nervenflüssigkeit, die aus dem Rückenmarkskanal in der Wirbelsäule entnommen werden kann, ist der Nachweis von Borrelien-Antikörpern möglich. Das gilt ebenso für die Gelenkflüssigkeit, die aus den Gelenken punktiert werden kann. In Verbindung mit entsprechenden klinischen Symptomen gilt der Borrelien-Antikörper-Nachweis in diesen Flüssigkeiten als beweisend für eine Borreliose. Diese Untersuchungen sind jedoch sehr aufwendig und erfordern zuvor eine klare Abwägung von Nutzen und Risiken.
Grundsätzlich gilt:
Ein positiver Antikörperbefund spricht nur in Zusammenhang mit entsprechenden klinischen Befunden für eine Lyme-Borreliose.
Quelle:
W. Hellenbrand, G. Poggensee: Zecken auf dem Vormarsch: Borreliose und FSME im Gepäck; Berliner Ärzte; Ärztekammer Berlin; 5/2007; Neuroborreliose; AWMF Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie; 2008; Deutsche Borreliose-Gesellschaft e. V.: Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose; 2008; Robert Koch- Institut Berlin: RKI- Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Lyme-Borreliose; 2007; P. Altmeyer, M. Bacharach-Buhles (Hrsg.): Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin; Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2008
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