Phobien, spezifisch - Diagnose

Anhaltende Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen. Hier finden Sie alles zum Thema.


Diagnose

Zu jeder Untersuchung bei dem Verdacht auf das Vorliegen einer spezifischen Phobie gehört ein ausführliches Anamnesegespräch, körperliche Untersuchung und möglicherweise psychologische Tests.

Professionelle Fahndung in mehreren Schritten

Sie wissen, dass Ihre Ängste übertrieben sind und schämen sich dafür, können Ihr Verhalten aber nicht ändern. Sie stellen sich, wenn überhaupt, am ehesten dem Hausarzt vor.

Jeder Versuch, sich von einem im Umgang mit spezifischen Phobien erfahrenen Psychiater, psychologischen Psychotherapeuten oder Arzt mit dem Zusatz "Psychotherapie" helfen zu lassen, lohnt! Ihnen können wirksame Behandlungen angeboten werden.

Wenn Sie sich einem auf Angsterkrankungen spezialisierten, einfühlsamen Profi anvertrauen, so erfolgt das diagnostische Vorgehen sinnvollerweise in mehreren Schritten:


  • Zuhören

  • Fragen

  • Beurteilen

  • Untersuchen

  • Informieren

  • Erklären
Erhebung der Biographie und Lebenssituation

Anhand der Anamnese wird ein Verständnis für die Zusammenhänge der Erkrankung herausgearbeitet.

Um die zeitliche Entwicklung der spezifischen Phobie möglichst komplett zu erfassen, vor dem sozialen Hintergrund einzuordnen und sie möglicherweise im Rahmen einer anderen psychiatrischen Störung zu sehen, stellt der Arzt gezielte Fragen zur familiären und partnerschaftlichen Situation, zu seelischen Erkrankungen in der Familie, zu Arbeit und sozialen Aktivitäten, zu Lebensumständen und Finanzen.

Leitsymptome identifizieren

Um das komplexe Beschwerdebild einigermaßen einzugrenzen, wird der Arzt Fragen zu Vorgeschichte, Auslösern, Beginn, Intensität, situativem Kontext und Auswirkungen stellen.

Bei Kindern

Gespräche mit den Eltern beziehungsweise der Familie dienen dazu, die Persönlichkeits- und Verhaltensauffälligkeiten in der Vorgeschichte, die situative Ausbreitung der Krankheit und ihre Verwobenheit mit alltäglichen Erlebnisbereichen zu erfassen.

Körperliche Untersuchung und Differenzialdiagnostik

Eine umfassende körperliche Untersuchung ist selbstverständlich. Ebenso wichtig sind eine orientierende neurologische Untersuchung, Labortests und eine Feindiagnostik.

Spezifische Phobien können isoliert auftreten, das heißt, ohne nennenswerte andere Beeinträchtigung. Gleichwohl können sie sowohl im Rahmen organischer als auch anderer psychiatrischer Erkrankungen auftreten. Eine allgemeine körperliche Untersuchung, eine internistische und neurologische Untersuchung ist deshalb notwendig, da manche organische Krankheiten identische Symptome produzieren wie Angststörungen, zum Beispiel Stoffwechselkrankheiten (niedrige Blutzuckerspiegel bei Diabetes), Schilddrüsenkrankheiten, Anämien, Tumoren (zum Beispiel der Nebenniere). Ebenso gilt es, Psychosen, hirnorganische Erkrankungen, Süchte und Komorbiditäten zu erkennen beziehungsweise auszuschließen.

Da nicht jede spezifische Phobie auch als solche zu klassifizieren ist, ist eine Differentialdiagnostik für das Behandlungskonzept von großer Bedeutung. So kann die Angst vor dem Fliegen auch Ausdruck einer Agoraphobie oder Panikstörung sein, die Angst vor Verunreinigung oder Krankheit Ausdruck einer Zwangsstörung oder Hypochondrie. Zudem produzieren viele andere psychiatrische Störungen und manche körperliche Krankheiten identische Symptome wie Ängste, zum Beispiel können Probleme mit der Schilddrüse zu Symptomen der generalisierten Angststörung, Panikstörung oder Agoraphobie führen.

Psychometrische Verfahren

Es gibt eine Reihe spezieller Interviews und Fragebogen, mit deren Hilfe der Facharzt eine Krankheit objektivieren und den Schweregrad einschätzen kann. Die Interviews und Fragebogen bauen auf den Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-IV auf. Gleichzeitig erhält der Arzt wichtige Informationen für die Therapieplanung.

Aufklärung und Vorbereitung auf die Therapie

Wenn die Diagnose spezifische Phobie feststeht, wird der Arzt unabhängig vom Therapieplan zunächst genau erklären, dass Sie an etwas leiden, das sich gut und häufig sogar in wenigen intensiven Sitzungen behandeln lässt.

Zunächst werden dem Patienten - und idealerweise den Angehörigen - im Verlauf eines längeren Gesprächs die Ergebnisse der Diagnostik ausführlich und verständlich mitgeteilt. Zudem werden sie umfassend darüber aufgeklärt, dass die Wurzeln ihrer Probleme in einer Störung liegt, die sowohl biologische als auch psychologische Ursachen hat.

Bei spezifischen Phobien gibt durchgeführt und zeigen gute Erfolge.es keine eindeutige Indikation für eine stationäre Behandlung. Behandlungsstudien wurden in der Regel unter ambulanten Bedingungen

Quelle: Springer Medizin
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