Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) - Diagnose

LIFELINE Krankheitslexikon: Der Begriff Pankreaskarzinom beschreibt das Auftreten einer bösartigen Geschwulst im Bereich der Bauchspeicheldrüse.


Diagnose

Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs werden verschiedene Untersuchungsverfahren stufenweise eingesetzt, bis die Erkrankung sicher festgestellt oder ausgeschlossen werden kann.

Wenn aufgrund der Krankheitszeichen der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht, werden zur Klärung verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Damit kann bei über 90Prozent der Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs die Diagnose gestellt werden.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung können folgende Befunde wegweisend sein:

  • Gelbsucht Wenn der Bauchspeicheldrüsentumor den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Dünndarm behindert, staut sich die Gallenflüssigkeit in Gallenwegen und Gallenblase. Eine gestaute Gallenblase kann bei der körperlichen Untersuchung bei bis zu einem Drittel der Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs getastet werden. Eine Abflussstörung der Gallenflüssigkeit führt zu einer Gelbsucht (Ikterus). Der Patient bemerkt eine Entfärbung des Stuhls, eine Dunkelfärbung des Urins und eine Gelbfärbung von Haut und Bindehaut der Augen. Bei der Erstuntersuchung hat die Hälfte der Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Gelbsucht.
  • Leber- und Milzvergrößerung Durch Tumoren im Bereich des Bauchspeicheldrüsenschwanzes, der bis zur Milz hin verläuft, kann der Blutabfluss aus der Milz behindert werden. Dies führt zu einer Vergrößerung der Milz, die bei der Untersuchung im Bereich des linken Oberbauchs getastet werden kann. Die Leber kann durch Tochtergeschwülste verhärtet und deutlich tastbar vergrößert sein.
  • Auffälliger Tastbefund des Bauchraums Zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung hat sich der Tumor bei 90 Prozent der Patienten bereits in die Umgebung der Bauchspeicheldrüse oder in die örtlichen Lymphknoten ausgebreitet. Bei der Bauchuntersuchung können diese großen Tumore durch die Bauchdecke direkt tastbar sein.
  • Lymphknotenschwellungen Wenn sich Tumorzellen über das Lymphsystem ausbreiten und in den Lymphknoten absiedeln, kann dies zu tastbaren Lymphknotenvergrößerungen führen. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs können auch die Lymphknoten oberhalb des linken Schlüsselbeins vergrößert sein.
  • Aszites (Bauchwassersucht) Bei bis zu einem Viertel der Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht bereits bei der Erstuntersuchung eine Ansammlung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht, Aszites). Sie ist Ausdruck einer weit fortgeschrittenen Erkrankung, bei der der Tumor die Leber oder das Bauchfell befallen hat.

Laboruntersuchungen

Es gibt keine Laborbefunde, mit denen Bauchspeicheldrüsenkrebs sicher festgestellt oder ausgeschlossen werden kann. Neben den üblichen Messungen von Blutwerten, wie Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG), Blutbild und Leberfunktionswerten, wird das Blut auf so genannte Tumormarker untersucht. Dies sind spezielle Substanzen, die von einigen Tumoren gebildet und ins Blut abgegeben werden. Die Tumormarker im Blut werden bestimmt, um bei bestimmten Erkrankungen, den Verlauf, das Ansprechen auf die Therapie und nach erfolgreicher Behandlung einenmöglichen Rückfall erkennen zun können. In keinem Fall können Sie dazu verwendet werden, einen Tumor zu erkennen oder auszuschließen, weil es immer Tumoren ohne Marker gibt. Sie sind daher ungeeignet, eine generelle Tumorsuche durchzuführen.

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Vorgehensweise bei der ERCP: Ein flexibles Endoskop wird über die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Eine kleine Sonde an der Spitze des Endoskops wird dann in den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse eingeführt und über diese Sonde ein Kontrastmittel eingespritzt, wodurch sich auf Röntgenaufnahmen der Verlauf und der Durchmesser dieses Ganges darstellt.

Bildgebende Verfahren

  • Ultraschalluntersuchungen (Sonographien) werden zur ersten Orientierung durchgeführt. Auffälligkeiten bei dieser Untersuchung ziehen andere, weitergehende Untersuchungsmaßnahmen nach sich. Ultraschalluntersuchungen sind für den Patienten schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung. Die Organe des Bauchraums können mit dieser Methode dargestellt werden, und ein Tumor der Bauchspeicheldrüse sowie eventuelle Tochtergeschwülste können sich im Ultraschallbild zeigen.
  • Computertomographien sind spezielle Röntgen-Schichtaufnahmen, die zum Beispiel bei auffälligen Ultraschallergebnissen in den meisten Fällen genauen Aufschluss liefern können.
  • Bei einer so genannten endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) wird ein optisches Instrument (Endoskop) über Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm des Patienten vorgeschoben (Dünndarmspiegelung, Duodenoskopie). In die Ausführungsgänge von Bauchspeicheldrüse und Gallenwegen wird dann Kontrastmittel gespritzt, wodurch sich auf Röntgenaufnahmen die Verläufe und die Durchmesser dieser Gänge darstellen. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf Verengungen oder Verschlüsse der Gänge ziehen. Außer zur Klärung (Diagnostik) von Krankheiten wird die ERCP auch zur Behandlung eingesetzt. So können mit diesem Verfahren Stents eingesetzt werden. Dies sind netzartige Metall- oder Kunststoffröhrchen, die eine tumorbedingte Einengung der Ausführungsgänge überbrücken können.
  • Bei der Feststellung von Bauchspeicheldrüsenkrebs gewinnt die Magnetresonanztomographie (MRT) zunehmend an Bedeutung. Sie arbeitet mit einem Magnetfeld, also ohne Röntgenstrahlen, und liefert sehr genaue Abbildungen der Bauchspeicheldrüse und ihrer Umgebung, wie sie für die Operationsplanung erforderlich sind. Neue Methoden sind die Magnetresonanzcholangiopankreatikographie (MRCP) und die Magnetresonanzangiographie (MRA). Mit diesen Untersuchungen können der Bauchspeicheldrüsengang und die Gallenwege dargestellt werden, ohne dass der Patient mit einer Spiegelungsuntersuchung (Endoskopie) oder einer Katheteruntersuchung (siehe unten) belastet werden muss.
  • Bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird in örtlicher Betäubung ein optisches Instrument durch einen kleinen Schnitt in der Bauchwand in die Bauchhöhle des Patienten eingeführt. Die Bauchorgane werden inspiziert und es können gezielt Gewebeproben zur Untersuchung entnommen werden. So kann ein Befall der Leber oder des Bauchfells mit Tochtergeschwülsten festgestellt werden.
  • Eine Angiographie ist eine Röntgenuntersuchung von Blutgefäßen. Über einen dünnen Schlauch (Katheter), der in örtlicher Betäubung über eine Arterie in der Leistenbeuge vorgeschoben wird, wird Kontrastmittel in einen bestimmten Arterienabschnitt gespritzt. Gleichzeitige Röntgenaufnahmen können zum Beispiel abnorme Blutgefäße, die die Geschwulst versorgen, oder das Einwachsen der Geschwulst in die Blutgefäße nachweisen.

Zell- und Gewebeproben

  • Durch eine Feinnadelpunktion unter Ultraschall- oder CT-Steuerung können Zellproben zur Untersuchung entnommen werden, um die Art eines Tumors zu klären oder zu prüfen, ob Tochtergeschwülste vorhanden sind.
  • Gewebeproben werden gezielt bei Spiegelungsuntersuchungen (Dünndarmspiegelung, Bauchspiegelung) zur Untersuchung entnommen.
  • Selbst wenn die Bild gebenden Verfahren die Diagnose eines Pankreaskarzioms sehr wahrscheinlich machen, kann die Diagnose nur durch feingewebliche mikroskopische Untersuchungen von Gewebematerial gestellt werden. Da es immer wieder Variationen oder Absiedlungen von anderen Tumoren geben kann, die eine andere Therapie verlangen, sollte eine Gewebsprobe immer angestrebt werden.

Quelle: Springer Medizin
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