Gicht - Arthritis urica - Diagnose
Diagnose
Grundsätzlich gliedert sich die Untersuchung beim Arzt in drei Teile: Der Arzt beginnt die Untersuchung mit einer ausführlichen Befragung des Patienten zur Krankengeschichte (Anamnese). Dem folgen die körperliche Untersuchung und weitere Untersuchungen, wie Blutentnahme und Punktion des Gelenks mit anschließender Auswertung im Labor. Röntgenologische Zeichen der Gicht wie Knochen- oder Weichteilknoten sind erst in fortgeschrittenen Stadien zu beobachten. Daher sind Röntgenuntersuchungen beim ersten Auftreten von Gicht-Krankheitszeichen nicht sehr hilfreich.
Die Untersuchungen im Einzelnen:
Patientenbefragung
Der Verdacht auf Gicht ergibt sich meist schon sehr klar aus der Krankengeschichte. Ganz typisch für einen Gichtanfall ist das Auftreten starker Schmerzen in der Nacht, aus "heiterem Himmel" und nach einem üppigen Essen und/oder starkem Alkoholgenuss. Der Anfall verschwindet innerhalb von einer Woche wieder - mit und ohne Therapie. Oftmals sind schon ähnliche Anfälle vorausgegangen. Auch Gichtkranke in der Verwandtschaft erhärten den Verdacht auf Gicht. Weitere wichtige Hinweise ergeben sich aus der körperlichen Untersuchung. Wenn nur ein Gelenk betroffen ist, in über der Hälfte der Fälle ist es das Großzehengrundgelenk, ist dies auch ein Hinweis auf Gicht.
Gelenkpunktion
Ein Gichtanfall muss unbedingt von anderen Erkrankungen, insbesondere einer sehr ähnlich verlaufenden bakteriellen Infektion (Befall mit Krankheitserregern) des Gelenks unterschieden werden. Besonders der Gichtanfall des Großzehengelenks sieht anderen Erkrankungen täuschend ähnlich. Um sicher festzustellen, um welche Erkrankung des Gelenks es sich handelt, muss der Arzt die Gelenkflüssigkeit untersuchen.
Harnsäurespiegelbestimmung
Auch wenn ein erhöhter Harnsäurespiegel zur Gicht führt, muss er bei einem akuten Gichtanfall nicht unbedingt erhöht sein. Manchmal löst gerade das Absinken der Harnsäurekonzentration einen Gichtanfall aus, etwa im Zusammenhang mit Fastenkuren.
Daher trägt die Beurteilung des Harnsäurewerts zum Zeitpunkt des akuten Schmerzanfalls nicht sicher zur Diagnose der Gicht bei. Der Harnsäurespiegel ist aber ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, das Gicht-Risiko in symptomfreien (krankheitszeichenfreien) Phasen zu erkennen und ein ebenso wichtiger Kontrollfaktor für den weiteren Krankheitsverlauf.
Vorbeugende Maßnahmen sollten in erster Linie in Ernährungsumstellungen (weniger purinhaltige Ernährung, Fleisch, Innereien und vor allem weniger Alkohol sowie Gewichtsabnahme) bestehen. Medikamentöse Maßnahmen werden erst empfohlen, wenn ein Gichtanfall schon einmal vorgekommen ist oder aber wenn der Harnsäurespiegel über 10 mg/dl angestiegen ist. Es muss also auf keinen Fall eine nur leicht erhöhte Harnsäure gleich mit Medikamenten behandelt werden!
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