Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose - Diagnose
Diagnose
Eine Schilddrüsenunterfunktion wird mithilfe der bestehenden Beschwerden und Hormonspiegelbestimmungen diagnostiziert. Lassen sich niedrige Hormonspiegel finden, können sich weitere Untersuchungen wie Ultraschall, Feinnadelpunktion und Szintigraphie zur Ursachenabklärung anschließen.
Erstgespräch (Anamnese)
Erster Schritt der Untersuchung ist ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt, die so genannte Anamnese. Im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenerkrankung sind unterschiedliche Informationen von Interesse:
- vorausgegangene Operationen, Radiojodbehandlung oder Bestrahlungen des Halses
- veränderter Halsumfang, Schmerzen, Heiserkeit und Luftnot
- mögliche Schilddrüsenerkrankungen von Familienmitgliedern
- Einnahme von Medikamenten
- Veränderungen der Ess- und Stuhlgewohnheiten
- Gewichtszunahme
- Kälteempfindlichkeit
Besteht der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung, folgt gewöhnlich eine Bestimmung der Schilddrüsenhormone sowie eine Sonographie, auch Ultraschall genannt. Szintigraphie und Feinnadelpunktion können sich anschließen.
Laboruntersuchungen
Im Labor wird die Menge der Hormone T3, also Trijodthyronin und T4, also Thyroxin, sowie TSH im Blut gemessen. T3 und T4 werden von der Schilddrüse, TSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet.
In sehr seltenen Fällen, wenn eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse bekannt ist oder vermutet wird, kann ein TRH-Test vorgenommen werden. Für diesen Test wird das Hormon TRH als Nasenspray oder als Spritze zugeführt. TRH wird gewöhnlich vom Zwischenhirn (Hypothalamus) gebildet und setzt die Signalkette in Gang: TRH bewirkt im Normalfall in der Hirnanhangsdrüse eine Ausschüttung des Hormons TSH, das wiederum der Schilddrüse ein Signal zur Freisetzung von Schilddrüsenhormonen gibt. Eine erste Blutabnahme folgt sofort, eine zweite nach einer halben Stunde. Dadurch wird festgestellt, ob die Signalkette ordnungsgemäß funktioniert. Kurzfristiger Harndrang ist die einzige Nebenwirkung, die bei diesem Test auftreten kann.
Sonographie
Mit Hilfe der Sonographie, auch Ultraschall genannt, kann man die Größe der Schilddrüse bestimmen. Auch Knoten, Zysten und entzündliche Gewebsveränderungen können mit dieser Methode erkannt oder ausgeschlossen werden.
Bei der Sonographie wird kein Druck auf die Schilddrüse ausgeübt. Die Untersuchung ist gewöhnlich vollkommen schmerzfrei. Ist das Schilddrüsengewebe entzündet, kann es zu Druckschmerzen kommen.
Szintigraphie
Es kann bei dieser Untersuchung aktives Gewebe von weniger aktivem Gewebe unterschieden werden.
Zum Einsatz kommt entweder radioaktiv markiertes Jod oder Technetium, ein anderes radioaktives Material mit kurzer Halbwertszeit. Beide Stoffe lagern sich im Körper nahezu ausschließlich im Schilddrüsengewebe an. Je aktiver das entsprechende Gewebe in der Schilddrüse ist, desto stärker lagern sich Jod oder Technetium an. In kalten Knoten lagert sich wenig oder gar nichts ab, heiße Knoten zeigen hingegen deutliche Anreicherungen des radioaktiven Stoffs. Sichtbar gemacht werden die angereicherten Gebiete mit Hilfe einer so genannten Gammakamera.
Vorgehen
Der radioaktive Stoff wird entweder als Kapsel geschluckt oder in ein Blutgefäß gespritzt. Die Verteilung des Jods in der Schilddrüse wird nach gewissen Warteperioden, zum Beispiel nach zwei, vier und 24 Stunden, mit einer Gammakamera sichtbar gemacht. Für die Technetiumszintigraphie sind die Wartezeiten zirka 20 Minuten. Eine stationäre Aufnahme ist nicht nötig. Das radioaktive Material zerfällt schnell und enthält eine geringe Strahlendosis, es müssen daher keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Es ist jedoch sinnvoll, am Tag der Untersuchung viel zu trinken, damit der Teil des Materials, der sich nicht in der Schilddrüse anlagert, rasch ausgeschieden wird.
Feinnadelpunktion
Mithilfe der Feinnadelpunktion kann eine Gewebeprobe aus der Schilddrüse entnommen und untersucht werden. Eine solche Entnahme wird auch Biopsie genannt.
Vorgehen
Bei dieser Methode wird das über der Schilddrüse gelegene Hautareal desinfiziert. Da die Nadel nur ein einziges Mal eingeführt wird, erübrigt sich die lokale Betäubung, für die ebenfalls ein Einstich nötig wäre. Eine feine Hohlnadel wird durch die Haut geführt und bis in den Bereich der Schilddrüse vorgeschoben, der näher untersucht werden soll. Gleichzeitig wird sonographisch kontrolliert, dass die richtige Stelle erreicht wird. Aus diesem Gebiet wird durch die Hohlnadel eine Probe aus Zellmaterial angesaugt. Nach Entfernen der Nadel genügt ein leichter Druck mit einem Wattetupfer auf die Punktionsstelle.
Der Einstich in die Haut kann möglicherweise schmerzhaft sein, Blutungen treten höchst selten auf (in 0,1 Prozent der Fälle).
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