Darmverschluss - Ileus - Diagnose
Diagnose
Aufgrund von typischen Krankheitszeichen, die auf einen Darmverschluss hinweisen, sind Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose notwendig. Im Vordergrund steht die ärztliche Anamnese und die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird den Bauch abtasten, beklopfen und mit einem Stethoskop abhören. Zusätzlich können Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden. Spezielle Laboruntersuchungen, die ausschließlich typische Veränderungen beim Darmverschluss zeigen, gibt es nicht.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Zu Beginn der Untersuchung wird der Arzt den Patienten nach seinen Beschwerden, dem zeitlichen Verlauf der Erkrankung und nach weiteren Krankheiten befragen.
Der Arzt wird bei der körperlichen Untersuchung vor allem den Bauch abtasten und mit dem Stethoskop abhören. Er wird, je nach Stadium der Erkrankung, noch weich eindrückbare Bauchdecken vorfinden, deren Betasten für den Patienten ebenfalls noch halbwegs erträglich ist. Je weiter fortgeschritten der Darmverschluss ist, desto gespannter und empfindlicher wird der Bauch werden. Dies entsteht durch die zunehmende Mitreaktion des Bauchfells, das sehr gut mit Nerven versorgt ist und somit sehr schmerzempfindlich reagiert. Man nennt dieses Phänomen Abwehrspannung.
Reagiert der Patient schon auf vorsichtigstes Beklopfen des Bauches mit den Fingerspitzen des Arztes sehr empfindlich, so liegt schon eine fortgeschrittene, entzündliche Mitbeteiligung des Bauchfells vor - das Leben des Patienten ist akut gefährdet.
Die Bewegungen des Darms erzeugen in der Regel unregelmäßige, leicht blubbernde Geräusche. Der Fachbegriff dafür lautet Darmperistaltik. Der Arzt kann sie mit dem Stethoskop durch die Bauchdecken hören. Beim Darmverschluss ändern sich diese Geräusche entsprechend der Ursache. Sie können dann so laut werden, dass der Patient selbst und Begleitpersonen diese ohne Hilfsmittel hören. Sie können aber auch vollständig verschwinden.
Ultraschall- und Röntgenuntersuchung
Die Ultraschalluntersuchung und die Röntgenübersichtsaufnahme im Stehen oder in Linksseitenlage sind die beiden bildgebenden Standardverfahren bei dem Verdacht auf einen Darmverschluss.
Die Ultraschalluntersuchung des Bauches erlaubt eine Beurteilung der Darmbewegungen. Bei der Darmlähmung wird man kaum oder gar keine Bewegungen mehr sehen, die Darmschlingen sind extrem aufgebläht.
Im Frühstadium des mechanischen Darmverschlusses sieht der Arzt zunächst mehr Darmbewegungen als üblich, da die Darmmuskulatur vermehrt arbeitet, um den Speisebrei über das Hindernis hinweg zu transportieren. Im Spätstadium hat dann der Darm seine Bewegungen eingestellt und es bietet sich das Bild wie bei der Darmlähmung. Gelegentlich findet sich ein so genanntes Strickleitermuster bei sehr aufgeblähten Dünndarmschlingen. Dieses Bild ist aber nicht spezifisch nur für das Bild des Darmverschlusses.
Bei der Röntgenuntersuchung wird eine so genannte Übersichtsaufnahme angefertigt. Das heißt der gesamte Bauch wird abgebildet. Diese Aufnahme erfolgt in der Regel am stehenden Patienten. Ist es dem Patienten nicht möglich zu stehen (zum Beispiel schmerzbedingt oder gelähmte Patienten) kann sie auch in Linksseitenlage angefertigt werden. Beim hohen Darmverschluss (Dünndarm) finden sich meist nur wenige so genannte Spiegel. Diese Spiegel entstehen durch stillstehende Flüssigkeit in einer Darmschlinge, über der ein luftgefüllter Hohlraum entsteht. Sie ähneln im Röntgenbild kleinen Halbmonden oder Hufeisen. Erfahrungsgemäß treten sie beim tief sitzenden Darmverschluss (unterer Dünndarm und Dickdarm) zahlreicher in Erscheinung. Beim Dickdarmverschluss ist der Dickdarm häufiger sehr deutlich wie ein Bilderrahmen zu erkennen.
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