Bauchaortenerweiterung - Aortenaneurysma - Diagnose
Diagnose
In 50-60% der Fälle kann der Arzt durch die körperliche Untersuchung eine Erweiterung der Bauchschlagader erkennen. In diesen Fällen ist es ihm möglich, eine pulsierende Geschwulst unter der Bauchdecke zu ertasten und/oder Strömungsgeräusche mit dem Stethoskop zu hören.
Ist durch die körperliche Untersuchung die Erweiterung der Bauchschlagader nicht zu erfassen, so sollte bei bestehendem Verdacht auf diese Erkrankung unbedingt eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauches erfolgen. Die Ultraschallmethode kann von vielen Ärzten sicher und für den Patienten schmerzlos durchgeführt werden. Sie gilt als Basismaßnahme in der Reihenfolge von Untersuchungen, mit denen Bauchaortenaneurysmen erfasst werden können. 98% aller Baucharterienerweiterungen können hiermit gefunden werden.
Normalerweise stellt sich im Ultraschall die Bauchschlagader als echoarmes (dunkles) pulsierendes Gefäß dar, welches in Höhe der Wirbelsäule links neben der unteren Hohlvene liegt. Der maximale Durchmesser der Bauchschlagader beträgt normalerweise direkt unterhalb des Zwerchfells 2,5 Zentimeter und in Höhe der Aufzweigung in die Beckenarterien 1,7 Zentimeter. Im Falle einer krankhaften Erweiterung sind diese Maße überschritten.
Hinderlich bei der Ultraschall-Untersuchung kann die normale Darmgasbildung sein. Durch die Luftüberlagerung sind Gefäßstrukturen im Ultraschall nicht erkennbar.
Mit der Ultraschall-Untersuchung kann festgestellt werden, ob eine Erweiterung der Bauchschlagader vorliegt. Weitere Untersuchungen sollen klären, welche Konsequenzen diese Erkenntnis für den Patienten nun nach sich zieht. Um die Gefährlichkeit eines Bauchaortenaneurysmas einschätzen zu können, ist es nicht nur wichtig, seinen Größendurchmesser zu kennen, sondern es müssen auch folgende Faktoren beachtet werden:
- Über welchen Abschnitt der Bauchschlagader erstreckt sich die Erweiterung? Sind die Abgänge wichtiger Bauchorganarterien, zum Beispiel der Nierenarterien, in die Erweiterung miteinbezogen?
- Besteht zusätzlich zu dem Aneurysma noch eine Dissektion (Spaltung der Arterienwand)?
- Befinden sich Blutgerinnsel in dem Aneurysma, falls ja: wie ist der Besatz des Aneurysmas mit Blutgerinnseln: konzentrisch (kreisrund) und exzentrisch (zum Beispiel halbmondförmig)?
- Wie sehr hat sich das Aneurysma seit der letzten Untersuchung vergrößert? Die Wachstumsrate sollte 0,4 Zentimeter pro Jahr nicht überschreiten. Wächst ein Aneurysma schneller, so besteht ein erhöhtes Risiko der Gefäßwandzerreißung.
Gelingt aufgrund technischer Schwierigkeiten, zum Beispiel wegen Luftansammlungen im Darm die Ultraschalluntersuchung nicht, so kann vom Radiologen, einem Arzt für Röntgendiagnostik, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (Kernspin, MRT) des Bauches angefordert werden. Im Vergleich zur Ultraschalluntersuchung sind diese Verfahren um ein Vielfaches teurer und sollten daher nur in besonderen Fällen erfolgen:
- Wenn mit dem Ultraschall oder CT/NMR die Längsausdehnung und Mitbeteiligung von Bauchgefäßen nicht ausgeschlossen werden kann
- Beim Verdacht auf eine Ausdehnung des Aneurysmas über die Nierenarterien hinaus
- Beim Verdacht auf Durchblutungsstörungen der Darmarterien
- Bei gleichzeitig bestehendem Aortenaneurysma im Bereich der Brustschlagader
.
Auf der Computertomografie des Bauches erkennt man eine erweiterte Aorta, an deren Innenschicht sich Blutgerinnsel konzentrisch angelagert haben.
Als eher überflüssig ist die früher häufig durchgeführte Röntgenaufnahme des Bauches zu sehen. Im Röntgenbild ohne Kontrastmittel sind Blutgefäße nicht sichtbar. Konturen einer Arterie werden nur dargestellt, wenn aufgrund von Arteriosklerose ein gewisse Menge Kalk in der Gefäßwand abgelagert sind. Die mit dem Ultraschall, CT oder NMR wichtigen, zu klärenden Fragen sind mit dieser Untersuchungsmaßnahme meist nicht zu beantworten
| zurück | zur Übersicht | weiter |
|---|




