Schielen bei Kindern - Strabismus - Diagnose

Schielen zeigt sich in unterscheidlichen Ausprägungen. Beim so genannten Mikrostrabismus ist die Fehlstellung der Augen meist nicht direkt erkennbar.


Diagnose

Bei der Untersuchung arbeiten Eltern, Kinderarzt und Augenarzt zusammen.

Durch die Eltern

Eltern sind meist die ersten, denen die Sehstörung ihres Kindes auffällt. Bei Auffälligkeiten (zum Beispiel offensichtlichem Schielen, auffälliger Kopfdrehung beim Fixieren eines Gegenstandes, Augenzittern) sollten Sie für Ihr Kind einen Termin beim Augenarzt vereinbaren.

Durch den Kinderarzt

Im Rahmen der U-Untersuchungen wird im Babyalter die Augenstellung zuerst mit dem Brückner´schen Durchleuchtungstest geprüft. Die Beweglichkeit beider Augen in alle Blickrichtungen untersucht der Arzt mithilfe eines Fixationsobjektes.

Ab dem zweiten Lebensjahr wird der Abdecktest zur Schieldiagnostik benutzt. Damit kann der Arzt durch jeweiliges Abdecken eines Auges beim Fixieren auf einen Gegenstand das krankhafte Abweichen eines Auges beobachten.

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Mit einem Spielzeug kann das Interesse des Kindes geweckt und sein Fixationsverhalten (das heißt die Fähigkeit, auf einen Punkt zu blicken) geprüft werden.

Durch den Augenarzt

Sind Auffälligkeiten festzustellen, finden die weiteren Untersuchungen beim Augenarzt statt. Zunächst wird das Sehvermögen je nach Alter mit einem geeigneten Test festgestellt. Die Sehschärfenprüfung ist bereits ab einem Alter von sechs Monaten möglich und sinnvoll.

Es folgen die Prüfungen der Augenbewegungen, der Abdecktest mit und ohne Prismen sowie die Ermittlung der objektiven Brechkraft des Auges mittels Skiaskopie (der Begriff kommt aus den griechischen Wortteilen "skia" für "Schatten" und "-skopie" für "Umschau, Spähen"). Für die Skiaskopie werden die Pupillen des Kindes mit Augentropfen, die je nach Wirkstoff einige Stunden bis Tage wirken können, erweitert.

Dabei wird auch der Muskel, der die Form der Augenlinse und damit die Brechkraft des Auges ändert, außer Kraft gesetzt und der Augenarzt kann mithilfe einer speziellen Lichtquelle (Skiaskop) und Brillengläsern, die er vor das Auge hält, die genaue Brechkraft dieses Auges messen. Beim kindlichen Auge ist eine ganz genaue Brechkraftmessung beziehungsweise Brillenbestimmung nur möglich, wenn die Pupille mit Augentropfen weitgestellt ist. Ansonsten können falsche Werte gemessen werden.

Die Untersuchung ist für das Kind nicht gefährlich, einzige Unannehmlichkeit ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit für die Zeit der Pupillenerweiterung. Mit einer speziellen Untersuchungslampe, der Spaltlampe, sowie einer Lupe zur Netzhautuntersuchung (direkte und indirekte Ophthalmoskopie) stellt der Augenarzt fest, ob eine Erkrankung des Auges (organische Ursache) zu einem Sekundärschielen geführt hat.

Quelle: Springer Medizin
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