Osteoporose - Diagnose
Diagnose
Die Untersuchungsmethoden bei Verdacht auf Osteoporose (Knochenschwund) reichen von der Erfragung der Krankengeschichte über Röntgenuntersuchungen bis zu Blut-/Urinuntersuchungen oder feingeweblicher Diagnostik. Die Knochendichtemessung mit Röntgenstrahlen oder Ultraschall wird nicht in jedem Fall von den Kassen ersetzt. Auch fragwürdige Methoden werden als Selbstzahler-Leistungen angeboten.
Die eingehendere Diagnostik ist in folgenden Fällen gerechtfertigt:
- unklare Rückenschmerzen
- Knochenbrüche ohne nennenswerte äußere Gewalteinwirkung (Spontanfrakturen)
- Kleinerwerden
Ziel der Untersuchung ist es, die Patienten herauszufinden, bei denen durch eine geeignete Behandlung das Risiko von Knochenbrüchen aufgrund der Osteoporose deutlich gesenkt werden kann.
Die Untersuchung ist mit anderen Worten nur dann sinnvoll, wenn sie bei entsprechendem Untersuchungsergebnis in eine therapeutische Konsequenz mündet. Sie hat auch ihren Sinn, um eine Behandlung bei denjenigen zu vermeiden, bei denen sie nicht sinnvoll ist.
Schmerzen aufgrund degenerativer Gelenkkrankheiten werden durch Medikamente, die speziell bei Osteoporose wirksam sind, nicht behoben!
Hinweise aus der Krankengeschichte
Aus der Krankengeschichte können sich schon relativ sichere Hinweise auf eine Osteoporose ergeben. Risikofaktoren reichen von einer familiären Belastung über Lebensstilfaktoren (zum Beispiel Rauchen, mangelnde Bewegung) bis hin zu speziellen Krankheiten, die eine Mangelernährung nach sich ziehen.
Erhöht ist das Risiko
- bei familiärer Belastung
- bei mangelnder Aufnahme von Kalzium, Aufnahme/Bildung von Vitamin D
- bei chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Krankheiten oder nach ausgedehnteren Eingriffen an Magen und Darm
- bei häufigen Durchfällen
- bei geringer körperlicher Belastung
- nach häufigen Abmagerungsdiäten/bei Mangelernährung, bei Untergewicht
- unter Einnahme knochenschädigender Medikamente
- bei Rauchern, Alkoholmissbrauch
- bei niedrigem Spiegel an Östrogen
- bei Zuckerkrankheit
Ohne körperliche Untersuchung bleibt die Diagnostik unvollständig. Die Osteoporose führt zu charakteristischen körperlichen Veränderungen wie Tannenbaum-Rücken und Witwenbuckel, auffallend ist auch ein Wirbelsäulen-Klopfschmerz. Die körperliche Untersuchung deckt aber auch Krankheitszeichen auf, die von anderen Krankheiten herrühren und in Abgrenzung zur Osteoporose bedacht werden müssen.
Überflüssige oder ungeeignete Verfahren
Ultraschall-Knochendichtemessungen sind die Hoffnung für die Zukunft, heute allerdings noch nicht zuverlässig genug. Die Ultraschall-Hautdickenmessung ist nicht aussagekräftig. Untersuchungen mit radioaktivem Material (Szintigraphie) bringen keine zusätzlichen Informationen bei Osteoporose.
Notwendige apparative Untersuchungen
Röntgenaufnahmen sind bei Verdacht auf Osteoporose auf jeden Fall notwendig. In bestimmten Fällen erweitert die Knochendichtemessung die Aussagekraft der apparativen Diagnostik.
Wann eine Knochendichtemessung?
- bei Frauen mit bekannten Risikofaktoren
- bei Patienten mit auffälligen Befunden im Röntgenbild
- bei längerer Behandlung mit knochendichtemindernden Medikamenten (Kortikoiden)
- nach Organtransplantationen
- bei bestimmten Knochenkrankheiten
- zur Behandlungskontrolle
Bleiben trotz Röntgen und Knochendichtemessung Unklarheiten zurück, können spezielle Laborprogramme, die feingewebliche Untersuchung von Knochengewebe oder zusätzliche Röntgenaufnahmen Klarheit bringen.
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