Balanitis − Eichelentzündung
Definition
Als Balanitis (Eichelentzündung, Eicheltripper) wird eine Entzündung der Eichel des männlichen Glieds (Glans penis) bezeichnet. Oft ist auch die Innenseite der Vorhaut (Praeputium) mit betroffen. In diesen Fällen wird auch von einer Balanoposthitis* oder Eichel-Vorhaut-Entzündung gesprochen.
Die Balanitis ist eine häufige Erkrankung. Nach Untersuchungen weisen rund zehn Prozent aller männlichen Patienten in urologischen Praxen eine Eichelentzündung auf. Vermehrt tritt die Erkrankung bei unbehandelter Vorhautverengung (Phimose) auf, wie sie besonders im Kindes- und Jugendalter zu beobachten ist. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt darüber hinaus im höheren Lebensalter deutlich zu.
Männer, bei denen die Vorhaut operativ entfernt wurde („Beschneidung“, Zirkumzision*), erkranken im Unterschied zu Unbeschnittenen sehr viel seltener an Balanitis. Als Grund dafür wird angenommen, dass durch die Beschneidung die Hygiene am Glied erleichtert wird. Zusätzlich schützt der vermehrte Kontakt der Eichel mit Luftsauerstoff vor Infektionen.
Je nach Ursache der Erkrankung werden verschiedene Formen der Balanitis unterschieden. Das verbindende Element der unterschiedlichen Krankheitsformen ist dabei allein, dass stets die Eichel und eventuell die Vorhaut betroffen sind. Die Eichelentzündung erweist sich überwiegend als eigenständiges Krankheitsgeschehen. Sie kann in selteneren Fällen jedoch auch als Symptom im Rahmen von Krankheiten auftreten, die den gesamten Organismus betreffen.
Glossar
Balanoposthitis: Der Begriff Balanoposthitis bezeichnet die gleichzeitige Entzündung von Eichel und Vorhaut des Penis. Da Entzündungen der Eichel (Balanitis) oder der Vorhaut (Posthitis) nur selten allein vorkommen, werden die Begriffe Balanoposthitis, Balanitis und Posthitis zumeist nicht scharf voneinander abgegrenzt, sondern oft im gleichen Bedeutungssinn gebraucht.
Quelle: Altmeyer, P.: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. http://enzyklopaedie-dermatologie.de/ (Stand: 26.05.2010).
Zirkumzision: Unter einer Zirkumzision (Beschneidung) wird die operative Entfernung der Vorhaut des männlichen Glieds verstanden. Die Zirkumzision wird medizinisch zur Behandlung einer Verengung der Vorhaut (Phimose) eingesetzt. Sehr viel häufiger erfolgt eine Zirkumzision jedoch aus kulturellen bzw. religiösen Motiven (u.a. bei Muslimen, Juden). Die Zirkumzision erleichtert die Hygiene und reduziert die Häufigkeit verschiedener Infektionskrankheiten sowie von Peniskrebs. Allerdings weisen Frauen von beschnittenen Männern ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) auf.
Quelle: Hautmann, R.: Urologie. 4. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010.
Autor: Jan Groh
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