Bauchspeicheldrüsenentzündung / Pankreatitis
Definition
Die Bauchspeicheldrüse ist für die Produktion und Abgabe von Verdauungsenzymen in den Darm verantwortlich (exokrine Drüsenfunktion). Außerdem bildet sie in den Zellen der sogenannten Langerhans-Inseln* Hormone (Insulin u.a.), die den Zuckerstoffwechsel regulieren, und gibt diese in das Blut ab.
Die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kann in einer akuten und einer chronischen Form vorkommen.
Bei der akuten Pankreatitis handelt es sich um eine kurzfristig auftretende, potenziell lebensbedrohliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die mit starken Schmerzen einhergeht. Die größte Gefahr stellt dabei die Selbstverdauung des Organs und angrenzender Gewebe durch eine unkontrollierte Freisetzung von Verdauungsenzymen infolge des Entzündungsgeschehens dar. Die Krankheit führt in zwei bis fünf Prozent der Fälle zum Tod der Patienten. Dabei liegt die Sterblichkeitsrate bei einem relativ gutartigen Verlauf bei unter einem Prozent, steigt allerdings bei (weitaus selteneren) schweren Verlaufsformen drastisch an. Bei leichteren Verläufen bleibt nach Ausheilung der Erkrankung in der Regel keine Schädigung der Bauchspeicheldrüse zurück.
Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist relativ verbreitet. Pro 100.000 Menschen kommt es in westlichen Ländern zu etwa 30 Neuerkrankungen pro Jahr.
Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung ist von einem dauerhaften Entzündungsprozess innerhalb des Organs und anhaltenden bzw. zunehmenden Verdauungsbeschwerden gekennzeichnet, die im weiteren Verlauf der Erkrankung von wiederkehrenden Schmerzen und behandlungsbedürftigen Störungen des Zuckerstoffwechsels begleitet sein können. Im Gegensatz zur akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung kann die chronische Form der Erkrankung langfristig zu einer fortschreitenden Schädigung des Organs (Funktionsverlust, Stein- und Zystenbildung, etc.) führen. Im Endstadium leiden die Patienten neben den Verdauungsstörungen an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und müssen sich dauerhaft Insulin* spritzen. Die Krankheit ist seltener als die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung. Sie tritt pro Jahr bei etwa drei bis neun von jeweils 100.000 Menschen neu auf.
Glossar
Langerhans-Inseln: Als Langerhans-Inseln werden spezielle Hormon-produzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse bezeichnet, die für die Regulation des Blutzuckerspiegels verantwortlich sind. Hier wird zum einen der aktuelle Wert des Blutzuckerspiegels registriert und zum anderen die entsprechenden regulierenden Hormone (Insulin, Glukagon) produziert und ausgeschüttet.
Insulin: Ein ausgeglichener Blutzuckerhaushalt ist für den menschlichen Organismus von essenzieller Wichtigkeit, da sowohl ein dauerhaft erniedrigter als auch ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert zu schweren Krankheitsbildern führt. Insulin ist das einzige Hormon im Körper, das den Blutzuckerspiegel senken kann, indem es dem Zucker den Übergang vom Blut ins Zellinnere ermöglicht. Sein Gegenspieler ist das sogenannte Glukagon, das bei einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel dafür sorgt, dass Glukose ins Blut abgegeben wird. Beide Hormone werden in dem hormonbildenden Teil der Bauchspeicheldrüse (Langerhans-Inseln) gebildet.
Autor: Jan Groh
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