Gonorrhoe, Tripper

Gonorrhoe (Gonorrhö, Tripper) ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ausgelöst wird. Gonorrhoe gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD). Hier finden Sie alles zum Thema.


Definition

Gonorrhoe (Gonorrhö, Tripper) ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ausgelöst wird. Gonorrhoe gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STD). Häufigstes Symptom bei Männern ist eitriger Ausfluss aus der Harnröhre. Bei Frauen betrifft der Ausfluss vor allem den Gebärmutterhals.

Die Häufigkeit der Erkrankung hat seit den 1980er Jahren stark abgenommen. Als Ursache dafür wird die HIV-Epidemie angesehen, die zu größerer Vorsicht bei Sexualkontakten und zum vermehrten Gebrauch von Kondomen (Safer Sex) führte, der auch vor Gonorrhoe und weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten (Syphillis, Lymphogranuloma venerum u.a.) schützt.

Bis zum Jahr 2000 gehörte Gonorrhoe in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Zu dieser Zeit wurden in Deutschland pro Jahr auf 100.000 Einwohner 3,8 Neuerkrankungen an Gonorrhoe gemeldet. Das entspricht ungefähr 3000 Erkrankungsfällen pro Jahr. Allerdings wird angenommen, dass aufgrund einer nachlässigen Meldepraxis nur etwa 10% – 20% der Gonorrhoe-Fälle erfasst wurden. Die tatsächliche Zahl von Gonokokken-Infektionen könnte also bis zu zehn Mal höher gelegen haben. Diese Vermutung wird durch Erkrankungszahlen aus anderen europäischen Ländern gestützt, die eine entsprechende Schwankungsbreite zeigen.

In jüngster Zeit wurde ein erneuter Anstieg der Gonorrhoe-Erkrankungen (und anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen) registriert, wobei homosexuelle Männer besonders betroffen zu sein scheinen. Die Zunahme geht vermutlich darauf zurück, dass HIV insbesondere unter jungen Erwachsenen zunehmend als behandelbare, nicht zwingend tödliche Infektion angesehen wird. Diese Einstellung scheint zu einer teilweisen Abkehr von Safer-Sex-Praktiken und zu höherer Risikobereitschaft bei Sexualkontakten zu führen.

Autor: Jan Groh

Quelle: http://www.euro.who.int
Sterry W, Merk H. Checkliste Dermatologie und Venerologie (2. Auflage). Stuttgart, New York 1992.
Czarnetzki B, Herl H, Sterry W. Dermatologie und Venerologie. Berlin, New York 1992.
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