Bulimie / Ess-Brech-Sucht
Bulimie (Ess-Brech-Sucht, Bulimia nervosa) ist eine psychisch verursachte Essstörung, die durch häufig auftretende Essattacken und anschließende Versuche, den dick machenden Effekt der Nahrung wieder aufzuheben, gekennzeichnet ist. In vielen Fällen versuchen die Betroffenen Erbrechen herbeizuführen, doch auch Abführmittelmissbrauch, Einläufe, der Einsatz von Entwässerungspillen, Fasten und andere Maßnahmen sind zu beobachten.
Hinter der Bulimie verbirgt sich die krankhafte Furcht, zu dick zu werden. Die Erkrankung betrifft Frauen häufiger als Männer und ist in Staaten mit westlicher Lebensweise öfter zu beobachten als in nicht-westlichen Ländern.
Für Deutschland ergab eine Untersuchung von Bulimiefällen aus den Jahren 1990 bis 1997, dass rund 2% der weiblichen und ein nur wenig geringerer Prozentsatz der männlichen Bevölkerung betroffen war. Da die Krankheit jedoch überwiegend in einem Altersbereich zwischen 18 und 25 Jahren auftritt, gehen Schätzungen davon aus, dass bis zu jede fünfte Frau dieser Altersklasse von Bulimie betroffen sein könnte. Die Krankheit scheint in den letzten Jahren etwas seltener aufzutreten.
Bulimie-Patienten sind in der Regel normal- bis untergewichtig, zeigen nach außen oft ein normales Verhalten und sind sozial integriert. Bulimie ist eine heimliche Krankheit. Hierin unterscheiden sich die Betroffenen z.B. von Anorexie-Patienten, die sich sozial oft isolieren.
Nach 5 bis 10 Jahren bildet sich die Krankheit bei etwa 50% der Patienten vollständig zurück. 30% erreichen zumindest eine teilweise Heilung, während etwa 20% chronisch, also dauerhaft, von der Krankheit betroffen bleiben.
Autor: Jan Groh
http://www.bundesfachverbandessstoerungen.de/de/8/leitlinien_zur_behandlung_von_essstoerungen.html
http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pubmed&pubmedid=15520673
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=PubMed&cmd=Retrieve&list_uids=11285586
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