Bandverletzungen (z.B. Kreuzbänder, Sprunggelenk)
Definition
Bänder sind feste, bindegewebige Verbindungen zwischen zwei Knochen. In der Regel sind Bänder Bestandteile von Gelenken. Sie stabilisieren und führen Bewegungen, begrenzen den Bewegungsumfang und sind eng mit der das Gelenk umhüllenden Bindegewebskapsel verbunden. Bandverletzungen treten in den drei Schweregraden Zerrung, Dehnung und Zerreißung auf.
Zerrung
Durch Überbeanspruchung kommt es zur Dehnung einzelner Fasern des Bandes, ohne das die Elastizitätsgrenze überschritten wird. Es entsteht kein Festigkeitsverlust.
Dehnung
Die Überbeanspruchung des Bandes ist so groß, dass die Fasern des Bandes z.T. über ihre Elastizitätsgrenze hinaus gedehnt werden. Einzelne Fasern reißen. Dennoch ist der Festigkeitsverlust unbedeutend.
Zerreißung (Ruptur)
Die Überbeanspruchung ist so groß, dass das Band teilweise oder vollständig reißt. Das betroffene Gelenk wird instabil. Dabei hängt das Ausmaß der Instabilität sowohl vom betroffenen Gelenk, als auch davon ab, welches der Gelenkbänder gerissen ist.
Bandverletzungen werden im Folgenden anhand der Kreuzbänder des Knies und des Innen- bzw. Außenbandes des oberen Sprunggelenks veranschaulicht.
Kreuzbänder
Jedes Kniegelenk wird im Inneren der Gelenkkapsel durch zwei sich überkreuzende Bänder stabilisiert, das vordere Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius) und das hintere Kreuzband (Ligamentum cruciatum posterius). Das vordere Kreuzband verläuft innerhalb der Gelenkkapsel von oben hinten seitlich (Ansatz am Oberschenkelknochen) nach unten vorne mittig (Ansatz am Schienbein). Das hintere Kreuzband verläuft etwa im rechten Winkel dazu von oben vorne mittig (Ansatz am Oberschenkelknochen) nach unten hinten seitlich (Ansatz am Schienbein). Die Kreuzbänder verhindern unter anderem, dass sich Schienbein und Oberschenkelknochen gegeneinander nach vorne bzw. hinten verschieben können.
Das vordere Kreuzband reißt etwa zehn mal so häufig wie das hintere. Auf 100.000 Einwohner kommen pro Jahr etwa 50 bis 100 Risse des vorderen Kreuzbandes vor. Besonders oft sind körperlich aktive Menschen zwischen 15 und 25 Jahren von der Verletzung betroffen.
Oberes Sprunggelenk
Das obere Sprunggelenk wird vom Schienbeinknöchel auf der oberen Innenseite, dem Wadenbeinknöchel auf der oberen Außenseite und dem Sprungbein (Talus), einem der Fußwurzelknochen, unten gebildet. Das obere Sprunggelenk hat eine reine Scharnierfunktion, erlaubt also ausschließlich den Fuß nach oben zu ziehen bzw. nach unten zu strecken. Alle anderen Bewegungen im Sprunggelenk finden im unteren Teil des Gelenkes statt. Seitlich wird das obere Sprunggelenk vor allem durch das Außenband (Ligamentum talofibulare anterius sowie zwei weitere Bänder, die als Außenband zusammengefasst werden) und das Innenband (Ligamentum deltoideum) stabilisiert. Aufgrund der Form des Sprungbeinknochens sind diese Bänder besonders bei Streckung und gleichzeitiger Innen- bzw. Außendrehung des Fußes starken Kräften ausgesetzt und besonders anfällig für Verletzungen.
Der Riss des Außenbandes gilt als die häufigste Bänderrissverletzung überhaupt.
Autor: Jan Groh
Niethard FU, Pfeil J. Orthopädie (2. Auflage). Stuttgart 1992.
Nach Informationen der Uni-Düsseldorf
http://www.ncbi.nlm.nih.gov
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