Blasenkrebs - Harnblasenkarzinom
Verglichen mit anderen Krebsarten ist der Harnblasenkrebs mit 3 % eher selten. Das Erkrankungsrisiko ist für Männer im Vergleich zu Frauen etwa drei- bis viermal so groß. Diese Krebsform entsteht bevorzugt im höheren Alter. Neben dem Rauchen und chronischen Blasenentzündungen spielen Chemikalien eine Rolle bei der Entstehung. In tropischen Ländern ist die Infektion mit einem Einzeller (Bilharziose) eine der wichtigsten Ursachen von Blasenkrebs.
In Deutschland gibt es jährlich mehr als 24.000 männliche Patienten, bei denen ein Karzinom der Harnblase entdeckt wird. Etwa 7.000 Betroffene versterben pro Jahr daran. Das Harnblasenkarzinom ist in der Regel eine Erkrankung des älteren Menschen, im Durchschnitt sind Männer bei Diagnosestellung 69 und Frauen 73 Jahre alt. Frauen sind seltener als Männer betroffen, allerdings nimmt die Häufigkeit unter den Frauen zu.
Die Blase ist ein Hohlorgan, in dem sich Urin ansammelt. So ist es leicht zu verstehen, dass die Blasenwand mit einer Vielzahl von Giftstoffen, die ausgeschieden werden sollen, in Berührung kommt. Sie besteht aus mehreren Schichten, von innen bedeckt das Urothel (Schleimhaut) die Blase. Daran schließt sich eine Bindegewebsschicht an, die von Muskulatur umgeben ist. Außen umringt eine weitere Bindegewebs- und eine Fettschicht die Blase.
Das Harnblasenkarzinom entwickelt sich in den Zellen des Urothels. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle (70 %) besteht ein oberflächliches Karzinom, d.h. nur die beiden inneren Schichten sind betroffen. Die Heilungschancen bei Blasenkrebs sind in der Regel gut, allerdings kommt es nicht selten zu einem Wiederauftreten (Rezidiv) des Krebses. Bei 30 % der Betroffenen besteht der so genannte aggressive Typ, der sich bereits in die Muskel- und äußere Schicht sowie umliegendes Gewebe ausgebreitet hat (lokal fortgeschrittenes Karzinom). Ferner können auch andere, weiter entfernt liegende Organe von Absiedlungen der Krebszellen (Tochtergeschwülste, Metastasen) betroffen sein (metastasierendes Karzinom). Diese Fernmetastasen finden sich vor allem in Lunge, Leber und Knochen.
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