Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz bezeichnet die Unfähigkeit des Herzens, die einzelnen Organe mit ausreichend Blut und so mit Sauerstoff zu versorgen.


Definition

Die Herzinsuffizienz ist eine häufige Erkrankung. In Europa wird die Zahl der Erkrankten auf etwa 10 Millionen Menschen geschätzt. Unter den 45- bis 55-Jährigen haben vermutlich weniger als 1 % eine Herzinsuffizienz, mit zunehmendem Alter steigt der Anteil an. So haben schon 2-5 % der 55 bis 65-jährigen Personen eine Herzmuskelschwäche, bei über 80-Jährigen liegt die Erkrankung bei etwa jedem Zehnten vor. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Das Herz hat die Aufgabe das Blut im Organismus zu transportieren und so alle Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Das sauerstoffarme Blut gelangt über bestimmte Gefäße (Venen) aus den Organen in den rechten Vorhof (Atrium) des Herzens. Von dort erreicht es über die rechte Herzkammer (Ventrikel) die Lungen. In den Lungen wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und dann über den linken Vorhof in die linke Kammer transportiert. Nun pumpt das Herz das sauerstoffreiche Blut in die Hauptschlagader (Aorta). Von der Aorta gehen eine Reihe von Gefäßen (Arterien) ab, die das Blut zu den einzelnen Organen transportieren.

Bei den beschriebenen Vorgängen spielt der Herzmuskel eine wesentliche Rolle. Kommt es aus verschiedenen Gründen zu einer Schwäche des Muskels, ist das Herz nicht mehr in der Lage ausreichend Blut zu transportieren – eine Herzinsuffizienz besteht. Dei Mediziner unterscheiden akute und chronische Herzmuskelschwäche. Erstere entsteht plötzlich innerhalb weniger Stunden oder Tage, letztere ist ein sich langsam entwickelnder Prozess. In der Praxis spielt vor allem die chronische Herzinsuffizienz eine Rolle, deshalb wird im Folgenden die chronische Variante vorgestellt.

Die Herzinsuffizienz kann die linke (Linksherzinsuffizienz), die rechte (Rechtsherzinsuffizienz) oder beide (Globalinsuffizienz) Herzhälften betreffen. In den meisten Fällen beginnt sie links. Häufig ist die rechte Herzhälfte im Krankheitsverlauf ebenfalls betroffen. Seltener nimmt die Herzinsuffizienz ihren Ausgang am rechten Herzen. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen einer systolischen und einer diastolischen Dysfunktion. Bei ersterer verliert der Herzmuskel mehr und mehr die Fähigkeit sich zusammenzuziehen, bei letzterer die Fähigkeit zu erschlaffen. Beides führt zu einer Fehlfunktion des Herzmuskels.

Das Herz versucht auf verschiedenen Wegen, seine normale Funktion aufrecht zu erhalten. So können die Herzkammern größer und die Muskulatur dicker werden. Auch die Herzfrequenz kann steigen, um die Defizite auszugleichen. In den Organen verengen sich die Gefäße mit folgendem Blutdruckanstieg. Die Organe werden zugunsten von Herz und Gehirn weniger durchblutet. Übersteigen diese Anpassungen ein gewisses Maß, werden sie krankhaft und ziehen - zumindest auf Dauer - weitere Probleme nach sich.

Weitere Informationen finden Sie im Special Herzdiagnose

Quelle: Springer Medizin
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