AIDS - HIV
Definition
Die Abkürzung AIDS bedeutet Acquired Immunodefiency Syndrome. AIDS ist eine Folge der Infektion mit dem so genannten Human Immunodefiency Virus (HIV). Das Virus wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Blut-Blut-Kontakte übertragen. Der Ausbruch der Krankheit erfolgt dabei meist erst Jahre nach der Infektion, ein Umstand, der die Verbreitung von HIV fördert, weil Betroffene oft lange nichts von ihrer Infektion wissen und so beispielsweise weiterhin ungeschützt sexuellen Kontakt zu ihren Partnern pflegen.
AIDS ist eine Erkrankung des Immunsystems. Das Virus befällt die T-Helferzellen, die eigentlich für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind und bleibt zunächst über längere Zeit in den Zellen verborgen. Schließlich werden aber immer mehr Zellen zerstört und die Krankheit bricht aus. Die Zahl der T-Zellen im Blut ist dann von 8.000 bis 10.000 Zellen pro Milliliter Blut auf etwa 200 pro Milliliter abgesunken.
Zwar ist AIDS bislang nicht heilbar, doch gelingt es heute durch eine Reihe moderner Medikamente den Ausbruch der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität AIDS-kranker Menschen zu verbessern. Die extreme Wandlungsfähigkeit des HI-Virus macht die Suche nach Medikamenten allerdings auch sehr schwierig.
Die ersten AIDS-Fälle wurden Anfang der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts bekannt. 1983 gelang dem Virologen Luc Montagnier vom Institut Pasteur in Paris die erstmalige Isolierung des AIDS-Virus. Über die Frage, woher das Virus kam, ist viel geforscht und noch mehr spekuliert worden. Als sicher gilt, dass das HI-Virus ein Abkömmling des SI-Virus (Simian Immunodeficiency Virus) ist, das Menschenaffen befällt.
In den letzen 20 Jahren hat sich AIDS zu einer globalen Epidemie (Pandemie) mit enormen gesellschaftspolitischen Konsequenzen entwickelt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit etwa 40 Millionen Menschen HIV-infiziert. In einigen Ländern im Süden Afrikas ist jeder fünfte Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren betroffen. Mangelnde Aufklärung und kulturelle Barrieren erleichtern die Ausbreitung von AIDS. In Deutschland leben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts fast 60.000 HIV-positive Menschen.
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