Reizdarmsyndrom - Kolon irritabile

Die Beschwerden bei einem Reizdarmsyndrom können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Schmerzhafte Verstopfung oder Durchfälle sind typische Symptome.


Definition

Die Beschwerden bei einem Reizdarmsyndrom können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Schmerzhafte Verstopfung, Durchfälle und Blähungen sind typische Symptome.

Ein Reizdarmsyndrom (Colon irritabile von Colon = Darm und irritabilis = reizbar) gehört zu den funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen, denen keine organische Ursache zugrunde liegt. Andere Bezeichnungen für dieses Krankheitsbild sind "irritabler Darm" oder "irritables Darmsyndrom", die sich an den Begriff aus dem englischen Sprachraum anlehnen. Dort wird das Krankheitsbild als "irritable bowel syndrome" (Abkürzung IBS) bezeichnet. Dem Reizdarm liegt ein komplexes Krankheitsgeschehen zugrunde, bei dem körperliche und psychologische Faktoren zusammenkommen.

Erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität

Die Symptome- zum Beispiel Schmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten (schmerzhafte Verstopfung oder heftige Durchfälle) und das Gefühl des Aufgeblähtseins - sind chronisch und treten, allerdings manchmal mit langen Pausen (bis zu mehreren Jahren), immer wieder auf. Das Reizdarmsyndrom ist zwar eine harmlose Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die Beschwerden sind aber sehr lästig und können eine drastische Beeinträchtigung der Lebensqualität und in besonders schweren Fällen sogar Arbeitsunfähigkeit bewirken.

Häufig sind die Beschwerden eine Antwort des Körpers auf psychische Belastungen. Aber auch eine Reaktion auf bestimmte Lebensmittel, zum Beispiel blähende Nahrung wie Hülsenfrüchte, kann Auslöser der Beschwerden sein. Bei der Entstehung eines Reizdarmsyndroms ist die Darm-Motilität, also die Bewegung des Darmes (movere = bewegen) gestört.

Beschwerden dauern länger als drei Monate an

Man spricht erst dann von einem Reizdarmsyndrom, wenn die Beschwerden und die Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang über mehr als drei Monate andauern oder immer wieder kommen beziehungsweise wenn Stuhlveränderungen, Blähungen und Schmerzen in mehr als einem Viertel dieses Zeitraums auftreten.

Vom Reizdarmsyndrom spricht man, wenn mindestens drei der folgenden Symptome auftreten:

  • mindestens drei Monate lang Bauchschmerzen, die mit dem Stuhlgang nachlassen
  • veränderter Stuhlgang (Verstopfung oder Durchfall) an mindestens zwei Tagen pro Woche
  • Änderung der Stuhlfrequenz (mehr als dreimal pro Tag oder weniger als dreimal pro Woche)
  • Änderung der Stuhlkonsistenz (hart, weich, wässrig)
  • Stuhlgang nur durch heftiges Pressen, Gefühl unvollständiger Entleerung
  • Blähungen

Quelle: Springer Medizin
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