Prostatavergrößerung - Benigne Prostatahyperplasie

Die gutartige Prostatavergrößerung bemerkt der Patient durch Zeichen der Blasenfunktionsstörung. Hier finden Sie alles zum Thema.

Die gutartige Prostatavergrößerung bemerkt der Patient durch Zeichen der Blasenfunktionsstörung (z.B. behinderte Blasenentleerung, abgeschwächter Harnstrahl). Es lassen sich, entsprechend der berichteten Krankheitszeichen, drei verschiedene Stadien unterscheiden.

Im medizinischen Vokabular und in der Umgangssprache sind verschiedene Synonyme für die gutartige Prostatavergrößerung geläufig:


  • benigne Prostatahyperplasie (BPH)
  • Prostataadenom
  • Prostatahypertrophie
  • Blasenhalsadenom
  • Adenomkrankheit
  • Altmännerkrankheit

Alle Bezeichnungen umschreiben die gleiche Erscheinung, die Behinderung des Harnstrahls beim älteren Mann.

Die häufig verwendete Bezeichnung "benigne Prostatahyperplasie" ergibt sich aus folgenden Wörtern: "benignus", lateinisch für "gutartig"; "prostates", dem griechischen Begriff für "Vorsteher" und den griechischen Wortteilen "hyper" für "über etwas hinaus" und "plasia" für "bilden, formen". Hyperplasie bezeichnet also die Vergrößerung eines Gewebes oder Organs durch Erhöhung der Zellzahl. Die Erhöhung der Zellzahl ist hier nicht gleichbedeutend mit Bösartigkeit.

Streng genommen gilt die Bezeichnung "benigne Prostatahyperplasie (BPH)" ausschließlich für eine feingewebliche Diagnose. Sie stellt der Pathologe durch eine mikroskopische Gewebsuntersuchung einer Prostata-Stanzbiopsie, die der Urologe vorher durchführt. Der Patient bemerkt bei der gutartigen Prostatavergrößerung nur die Zeichen einer Blasenfunktionsstörung (z.B. Behinderung der Blasenentleerung, schwacher Harnstrahl und unvollständige Blasenentleerung).

Mittlerweile verwendet man für dieses Krankheitsbild den Begriff des Benignen Prostata-Syndroms (BPS), das als Überbegriff die Prostatavergrößerung, dadurch entstehende Reizsymptome sowie die Harnabfluss-Störung umfasst.

Drei Stadien der Prostatavergrößerung

Entsprechend den vom Patienten berichteten Symptomen kann man drei Stadien der gutartigen Prostatavergrößerung definieren:

Erstes Stadium: Im ersten Stadium sind die Beschwerden zwar diskret, führen die Patienten jedoch wegen der beobachteten Veränderungen beim Wasserlassen zum Urologen. Es kommt zu einer Abschwächung des Harnstrahls. Weiter ist der Beginn der Blasenentleerung verzögert, die Entleerung dauert länger und typischerweise wird ein Nachtröpfeln beobachtet. Bei der Untersuchung des Patienten wird der Urologe in der Regel zwar eine vergrößerte Vorsteherdrüse, aber ansonsten keine gravierenden Befunde hinsichtlich einer gestörten Blasenentleerung feststellen. Dieses erste Stadium wird als Reizstadium bezeichnet.

Zweites Stadium: Durch eine weitere Größenzunahme der Vorsteherdrüse und/oder eine zunehmende Beeinträchtigung der Blasenfunktion kommt es dann zu einer unvollständigen Blasenentleerung. Der Patient berichtet über ein Restharngefühl und die Notwendigkeit des zweimaligen Wasserlassens binnen Minuten. Häufiges mehrmaliges, nächtliches Wasserlassen und ausgeprägte Drangerscheinungen sind typische Symptome des zweiten Stadiums, des Restharnstadiums. Durch den dauernden Restharn in der Blase werden wiederkehrende Blasenentzündungen und die Blasensteinbildung begünstigt.

Drittes Stadium: Erfolgt keine Behandlung des Patienten, kann die weiter fortschreitende Funktionsstörung im Blasen-Prostata-Bereich zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Durch die langsamen, im Alter auftretenden Veränderungen in der Prostata kommt es am Blasenausgang zu einer Abfluss- und Entleerungsstörung. Dadurch wird der Blasenmuskel überdehnt und letztlich ist ein normales Wasserlassen nicht mehr möglich. Jeder von den Nieren über die beiden Harnleiter neu in die Blase gelangende Tropfen Urin führt zum Überlaufen der Blase und zum unfreiwilligen Abgang einer Miniportion Urin. Diese Störung wird als Überlaufinkontinenz bezeichnet.

Der Patient berichtet also typischerweise über ein ständiges Tröpfeln von Urin. Durch die Abflussbehinderung staut sich der Urin hinauf bis in die Harnleiter zu den Nieren. Diese Aufstauung beeinträchtigt die Nierenfunktion. Wiederkehrende Blutungen und Blutbeimengungen zum Urin können durch Gefäßauflagerungen, ebenfalls eine typische Altersveränderung, auf die stark vergrößerte Vorsteherdrüse bedingt sein.

Eine schwerwiegende weitere Komplikation ist der so genannte Harnverhalt oder die Harnsperre. Dabei ist der Patient plötzlich nicht mehr in der Lage, seine Blase zu entleeren. Typisch für diese Situation sind unerträgliche Schmerzen. Für den Patienten ist es eine Notfallsituation - er muss sofort zum Arzt (bzw. den Notarzt verständigen!). Der Arzt kann durch einen Katheter (Einlage eines dünnen Kunststoffschlauches) die Blase entleeren. Dank einer flächendeckenden urologischen Versorgung in Deutschland sieht man Patienten im dritten Stadium der Prostatahyperplasie, dem Dekompensationsstadium, nur noch sehr selten.

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Die Harnröhre bildet die Endstrecke des harnableitenden Systems. Dabei wird sie in ihrem Anfangsteil, unter der Blase, von der Prostata umgeben. Durch diese enge Lagebeziehung ergibt sich der Einfluss auf das Wasserlassen beim Mann. Eine Einengung des Blasenauslasses durch Veränderungen der Prostata kann zu den typischen Veränderungen führen: Abnahme des Harnstrahls, Verlängerung des Wasserlassens, Schmerzen beim Wasserlassen und unvollstädige Blasenentleerung.

Quelle: bsmo Redaktion; Springer Professional Medicine
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