Bluthochdruck - Hypertonie
Definition
Die Definition des Begriffs Bluthochdruck ist willkürlich festgelegt. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass ab einem bestimmten Blutdruckwert das Risiko für Schäden am Herz-Kreislauf-System so groß ist, dass es durch Behandlungsmaßnahmen wirksam gesenkt werden kann.
Als normaler Blutdruck beim Erwachsenen gelten Messwerte bis zu 140 mmHg für den systolischen (oberen) Druck und 90 mmHg für den diastolischen (unteren) Druck. mmHg ist die Abkürzung für Millimeter Quecksilbersäule, eine alte Maßeinheit für Druck.
Von einem Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn bei einem Erwachsenen bei mehrmaligen Messungen an verschiedenen Tagen in Ruhe Werte von über 140 mmHg (systolisch) oder 90 mmHg (diastolisch) gemessen wurden (Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO 1996).
Der Zusatz essenziell bedeutet, dass für diese Blutdruckerhöhung keine Ursache gefunden wurde. Der Begriff darf erst dann verwendet werden, wenn alle bekannten Ursachen, die einen Bluthochdruck auslösen können, ausgeschlossen worden sind.
Stadieneinteilung der Bluthochdruckerkrankung
Je nach dem Vorhandensein und dem Ausmaß von Folgeschäden an verschiedenen Organen kann man die Bluthochdruckerkrankung in drei Stadien einteilen.
Stadium 1
Es liegt ein Bluthochdruck ohne Organveränderungen vor.
Stadium 2
Es besteht einzeln oder kombiniert eine Vergrößerung der Muskulatur des linken Herzens, eine erhöhte Eiweißausscheidung durch die Niere oder eine deutliche Verengung der Arterien der Netzhaut des Auges.
Stadium 3
Hier liegen schwere Folgeschäden an einem oder mehreren Organen vor. Am Herzen besteht eine Schwäche der Muskulatur und/oder eine Einschränkung der Durchblutung der Herzmuskulatur mit der Folge von Herzschmerzen (Angina pectoris) oder Herzinfarkt.
Am Gehirn zeigen sich Durchblutungsstörungen durch vorübergehende oder bleibende Ausfälle verschiedener Hirnfunktionen.
Am Augenhintergrund sind schwere Schäden an den Arterien der Netzhaut zu erkennen, es bestehen Blutungen oder ein Flüssigkeitsaustritt aus den geschädigten Gefäßen.
Die Niere kommt ihren Ausscheidungsaufgaben nicht mehr in genügendem Maße nach, es kommt zu einem Anstieg von ausscheidungspflichtigen Substanzen im Blut.
Die Arterien weisen schwere Gefäßwandveränderungen auf. Die Folge sind starke Einengungen des Gefäßquerschnitts mit Durchblutungsstörungen oder Gefäßaussackungen (Aneurysmen) durch Spaltungen innerhalb der Arterienwandschichten.
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