Schlaganfall - Apoplex
Definition
Der Schlaganfall kennzeichnet die Folgen einer plötzlichen Sauerstoffunterversorgung im Gehirn. Zu etwa 80 - 85 Prozent ist ein Gefäß durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) verschlossen und damit die Blutversorgung des Gehirns gestört.
Seltener - 15 bis 20 Prozent – ist eine Hirnblutung die Ursache für eine Schädigung der Gehirnzellen und somit für einen Schlaganfall.
Der Erkrankung liegt eine Sauerstoffunterversorgung der Gehirnzellen zugrunde. Der Sauerstoffmangel ist deshalb so schwerwiegend, weil die Aufnahme und Bewertung von Sinneseindrücken, die Planung und Ausführung von Bewegungen und sprachlichen Äußerungen auf das Funktionieren der Gehirnzellen angewiesen ist. Ohne Sauerstoff sterben die Nervenzellen im Gehirn sehr schnell ab.
Nachdem in den letzten Jahrzehnten ein Rückgang der Schlaganfallhäufigkeit verzeichnet werden konnte, ist in Deutschland dieser Trend nicht mehr zu beobachten. Im Gegenteil: Aufgrund der wachsenden Zahl älterer Menschen und der zunehmenden Verbreitung der Risikofaktoren wird eine deutliche Steigerung der Schlaganfallhäufigkeit registriert.
Angesichts der Bedeutung des Schlaganfalls für den einzelnen Menschen und die ganze Gesellschaft ist es besorgniserregend, dass fast zwei Drittel der Bürger kaum etwas über Risikofaktoren und Symptome des Schlaganfalls wissen.

Blick auf die linke Großhirnhälfte mit den "Zentren", die oft vom Schlaganfall betroffen sind. Die Zellen des menschlichen Gehirns, welche die gleiche Funktion ausüben, sind in Feldern (Areale, Zentren) zusammengefasst. So ermöglicht zum Beispiel die Aktivierung des hörabhängigen Sprachzentrums, dass wir Sprache hören und verstehen können. Es fällt auf, dass für das Hören und Verstehen von Wörtern mehrere Zentren existieren, weil Sprache in unserem Leben eine so große Rolle spielt. Fallen Zellen eines Zentrums beim Schlaganfall aus, können die eines anderen Zentrums einspringen. Daher können die meisten Schlaganfall-Patienten Sprache und Verstehen wiedergewinnen.
Autor: Springer Medizin, überarbeitet von Verena Horsthemke am 22.09.2010
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