Alzheimer-Demenz / Morbus Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit ist eine chronische, langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Nervenzellen in ihrer Funktion gestört sind.


Definition

Die Alzheimer-Krankheit ist eine chronische, nicht ansteckende Erkrankung des Gehirns, bei der langsam, aber stetig fortschreitend Nervenzellen untergehen.

Die Krankheit ist nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt, der 1907 als Erster die Krankheitssymptome und die typischen krankhaften Veränderungen im Gehirn beschrieben hat. Diese Veränderungen entstehen durch Ablagerung von fehlerhaft gebildeten Eiweißstrukturen innerhalb und außerhalb der Nervenzellen. Vor allem die Gehirnanteile im Schläfen- und Scheitelbereich sind bei Alzheimer betroffen.

Die Alzheimer-Krankheit führt zu Störungen

  • des Gedächtnisses
  • der Sprache
  • des Denkvermögens
  • des Erkennens
  • der Handhabung von Gegenständen
  • der örtlichen und zeitlichen Orientierung

Es können auch andere Symptome wie Verwirrung oder starke Stimmungsschwankungen auftreten.

Die Alzheimer-Krankheit ist in der Gruppe der demenziellen Krankheiten oder Hirnleistungsstörungen die häufigste Form. Unter Demenz versteht die Medizin den krankhaften Verlust geistiger Fähigkeiten - bei Fortschreiten der Krankheit kommt es zunehmend zur Verwirrtheit.

Demenzdefinition nach der Weltgesundheitsorganisation

Es gibt mehrere Demenzdefinitionen. Die engste Definition findet sich in dem von der WHO 1997 ausgearbeiteten Kriterienkatalog, dem ICD-10 (International Classification of Diseases). Für die Diagnose Demenz müssen alle vier Kriterien erfüllt sein:

  • Eine Abnahme des Gedächtnisses und anderer geistiger Fähigkeiten, erkennbar an der Verminderung der Urteilsfähigkeit und des Denkvermögens.
  • Keine Bewusstseinstrübung. Die Patienten sind wach und ansprechbar und reagieren auf bestimmte Anforderungen, entsprechend ihrer verbliebenen Fähigkeiten.
  • Verminderte Kontrolle über die eigenen Affekte mit mindestens einem der folgenden Merkmale: emotionale Labilität, Reizbarkeit, Apathie, Vergröberung des Sozialverhaltens; zum Beispiel können Patienten die Intensität ihres Lachens und Weinens nicht mehr steuern, haben Gefühlsausbrüche ohne ersichtlichen Grund, können Gefühle und den Umgang mit den Mitmenschen nicht mehr steuern, scheinen sich für die Außenwelt charakterlich verändert zu haben.
  • Dauer der Symptome mindestens sechs Monate.

Quelle: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 15.11.2010
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