Leukämie, akut myeloisch - AML
Die akute myeloische Leukämie ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks, bei der überwiegend unreife und funktionsuntüchtige Vorstufen der weißen Blutkörperchen gebildet werden, die myeloische Zellen heißen. Diese kranken Zellen heißen auch Blasten oder auch Myeloblasten. Bei den myeloischen Leukämieformen sind die Vorläufer der späteren so genannten Granulozyten betroffen, weiße Blutkörperchen die in ihrer Zellflüssigkeit Körnchen (Granula) enthalten.
Leukämie wörtlich übersetzt heißt "Weißblütigkeit" und beschreibt die Tatsache, dass im Knochenmark die Zahl der weißen Blutkörperchen, die aus dem Knochenmark freigesetzt werden, gegenüber den roten Zellen deutlich erhöht ist.
Man geht davon aus, dass eine Stammzelle in ihrer Erbinformation verändert ist und einen Klon (Zelle identischer Erbsubstanz) bildet, der sich bösartig vermehrt. Mit dem Begriff "bösartig" werden folgende Zelleigenschaften charakterisiert:
- Die Zellvermehrung der bösartigen Zellen geschieht unkontrolliert, das heißt sie wird nicht durch einen echten Bedarf des Körpers gesteuert.
- Die veränderten Zellen wachsen verdrängend, sie breiten sich auf Kosten der gesunden, unveränderten Zellen im Knochenmark aus.
- Die veränderten Zellen überschreiten ihre natürlichen Grenzen. Sie erreichen auf dem Blut- oder Lymphweg die Lymphknoten und alle anderen Organe und bilden dort Absiedlungen (Infiltrate), in denen sie sich weiter vermehren.
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